Ein guter Tag.

Das Gute ist, endlich nach Jahren, wo ich so ins Internet reinschreibe, funktioniert das Echo. Ich bekomme Feedback und Antworten, andere Perspektiven und Anregungen. Ich in den letzten Wochen habe ich vieles versucht zu bedenken, was mir zu meinen Sinnkrise geraten wurde und mir viel dabei ein Ausschnitt aus einer Dokumentation mit Garry Winogrand ein, Stichwort weniger verdeckt fotografieren. Heute habe ich das einmal ausprobiert, als ich Nick Ellenberger in Regensburg traf. Er hat eine wunderbare Contax G1 und es war gefährlich mir das Ding zu zeigen. Das ist aber eine andere Story. Wir haben uns über vieles unterhalten und wiedermal habe ich versucht, nebenbei doch zu fotografieren. Ich kann gar nicht anders. Wenn ich etwas sehe und es eine Chance gibt, es in ein Bild zu verwandeln, will ich sie nutzen. Heute wollte ich jede Situation nutzen, um öfter durch den Sucher zu schauen, direkter zu fotografieren und aus der Hüfte nur ein Bild zu machen, wenn es irgendwie auch Sinn macht. Die folgenden Bilder müsste man natürlich noch besser selektieren und es sind viel zu viele. Ich möchte damit nur zeigen, ich bemühe mich mehr, den Frame zu füllen und weniger nur auf Charakter zu achten, sondern mehr Inhalt zu erzeugen. Darüber hinaus hatte ich auch endlich eine Idee, wie ich alle Genre, die ich gerne bediene in einem Buch zusammenfassen könnte. Wenn ich fleißig weitermache, könnte ich bald wieder zufriedener sein.

Die Konfusion hält an.

Es gelingt mir langsam, die Probleme mit meiner Fotografie besser zu benennen. Street Photography betreibe ich so nebenbei. Es geht immer irgendwie darum, dass ich irgendwo bin und Eindrücke sammle. Ich fotografiere, wie ein Tourist, nur dass es eben Menschen und Situationen sind, statt Sehenswürdigkeiten. Dem liegt kein Konzept zugrunde. Ich sammle einfach, was mir möglich ist. Eine übergeordnete Story gibt es nicht. Es ist immer nur “André war irgendwo und hat irgendwas gesehen.”. Betrachte ich andere Gerne, die ich auch bediene, dann geht es dort wesentlich mehr um Story und Emotion. Teils simple Ereignisse, wie einfallendes Sonnenlicht am Abend, versuche ich dann in eine komplexe Empfindung zu verwandeln. (Wie eklig es klingen kann, wenn man versucht zu beschreiben, was man da tut.) Das gelingt mir auf der Straße seltener. Ich vermisse dort eine gewisse Eloquenz in meinen Bildern und ich weiß nicht, wie ich sie erzeugen soll, um zufriedener zu sein. Es kommt mir auch etwas so vor, als würde ich mich da abmühen, ohne dass es eine große Bedeutung haben würde. Wenn man mal für ein Bild kämpfen muss, stellt man fest, dass es eigentlich auch egal ist, ob man es gemacht hat, oder eben nicht. Wir fotografieren so viel, haben so viele Medien um uns und konsumieren in kleinsten uns zur Verfügung stehenden Zeiteinheiten, immer noch mehr. Man könnte manchmal froh sein, wenn man sich nichts neues mehr ansehen muss, weil jemand mal nicht fotografiert hat und uns das Zeug nun auch noch zeigen will.
Meistens finde ich irgendeinen Menschen interessant, der mir in 20m entgegen kommt. Dann habe ich 15m Zeit darüber nachzudenken, ob und wie ich ihn fotografieren möchte. Meistens kommt dann auch gleich der nächste und es verkommt zu einem sehr oberflächlichen Akt des Sammelns. Man müsste sich eigentlich mit jedem mehr auseinandersetzen. Sie in Gespräche verwickeln und kennenlernen, wirklich kennenlernen. Das könnte dann aber nicht mehr nebenbei geschehen und es bräuchte ein Warum, eine Begründung, wieso ich das überhaupt mache und sie müsste für jeden einleuchtend sein. Darüber habe ich jetzt ein bisschen nachgedacht und komme zu keiner Antwort, denn es ist zu tiefst egoistisch und es gibt dahinter auch kaum einen Mehrwert für die Gesellschaft. Früher, als wir wenige Fotografen hatten und noch weniger, die ihren Blick auf Zeitgeschichte und Gesellschaft richteten, waren sie wichtige Zeitzeugen. Heute produziert jeder selbst mehrere verschiedene Realität von sich selbst und wirft sie dazu noch netterweise auf Server, die große zeithistorische Sammlungen werden.
Mir fehlt zunehmend die Rechtfertigung und so entferne ich mich immer mehr von dem Genre, weil ich mir jetzt schon wieder selbst auf die Nerven gehe, mit dem ganzen darüber Nachdenken.

Konfusion.

Ich fotografiere nicht mehr so viel, wie früher. Das kommt vor allem daher, dass ich einfach sehr gut gelernt habe, wann es sich einfach nicht lohnt. Das Problem daran ist, es lohnt sich sehr oft nicht und an den wenigen Tagen, Orten und Momenten, wo man mal an seiner Kunst arbeiten kann, fällt einem plötzlich auf, dass man eigentlich gar nicht mehr weiß, wohin das alles führen soll. Also wo will ich hin?

Ich habe sehr verschiedene Einflüsse und Inspirationsquellen. Da wäre Jo Fischer, oder Ian Howart, aber auch Leute aus der Werbung, wie David Daub, oder Yannick Wolff. Dann sind da noch Größen wie Alex Webb, oder David Alan Harvey, aber auch Magdalena Wosinska. Aus all dem ein Süppchen zu kochen, was immer schmeckt, ist schon schwer. Teilweise fehlen mir einfach die Zutaten. Ich lebe weder am Meer, wie David Alan Harvey, oder bereise die Welt, noch bin ich regelmäßig von “naked dudes on cocain” umgeben, wie Magdalena Wosinska mal ihr erstes Buch in Worten zusammengefasst hat. Kann man alles ändern, aber es gibt auch gute Gründe es nicht zu tun.

Mir fehlt einfach gerade so ein bisschen das Warum. Warum fotografiere ich in Nürnberg Straße? Ist das Relevant? Braucht das wer? Fügt sich das in einem größerem Gesamtkonzept zusammen? Man könnte sagen, dass man das ja auch immer erstmal für sich selbst tut, aber ich tue das eben auch um zu wachsen und seit Jahren wachse ich nur langsam. Wenn ich lange genug auf die Bilder schaue, mag ich sie immer weniger. Ich gewöhne mich an sie. Meine Begeisterung schwindet kontinuierlich. Auf eine Art ist das auch hilfreich, weil man so weniger zeigt und den Unsinn mal verschwinden lässt, statt jede Scheiße zu Instagram-Gold verwandeln zu wollen. Motivierend ist das dann aber nicht und manchmal braucht man einfach eine gute Antwort auf das Warum, damit man auch sich morgen noch bemüht.

Eine andere Sache ist, dass ich durch die Arbeit an The Classic Presets, viel zu viele Optionen habe, um die Bilder später noch ein bisschen zu veredeln. Meine Inspirationsquellen bringen mich aber auch hier völlig durcheinander. Welchen Film lege ich ein? Fotografiere ich mit der M oder der X-Pro 2? Auf welchen Look will ich hinaus? Da klicke ich mich die Tage durch das Portfolio von Yannick Wolff und es ist schlichte Schönheit, die ich finde. Die Motive, das Licht, die Story können alleine alles. Da braucht es kein fancy Preset. Auch in der Werbung finde ich immer mehr schlichte Looks.

Also, ich will mich ja entwickeln, aber wohin? Was ist klug? Es anderen nach zu turnen, die aktuell wichtig sind, vermutlich nicht, aber was bleibt dann noch? Vielleicht ist es einfacher in Büchern zu denken. Konkrete Geschichten zu erzählen und nicht einfach alles aufzuschnappen, was vor den eigenen Augen passiert? Ich bin verwirrt.

Gestern habe ich vermutlich nur so viel Straße fotografiert, weil ich kurz nachdem ich in Nürnberg angekommen war, von zwei Herren angesprochen wurde und ein sehr schönes Gespräch über meine Leica geführt habe. Sie baten mich etwas ehrfürchtig um ein Porträt und das war sehr motivierend und irgendwie schön. Man vergisst so schnell, dass andere irgendwie auch Bilder sehen wollen. Likes ersetzen halt kein Gespräch.

Ich hab nur geträumt.

Wenn ich in die Heimat fahre, überlege ich, was ich dort fotografieren möchte. Ich packe Kameras ein und packe Kameras wieder aus. Filme werden mit Bedacht ausgewählt. 3x Kodak Gold, 1x Agfa Vista 400, 1x Kodak Ultramax 400 und soll ich wirklich mal einen Ferrania Solaris 400 opfern? Es ist ein sehr seltsamer Ort geworden, den ich am Ende nie zum Fotografieren besuche, auch wenn man es vorher so sehen könnte, wenn man meine Vorbereitungen beobachtet. Wenn ich dann in Blankenburg bin und mich durch die Stadt bewege, bin ich in einem Traum unterwegs. Alles ist vertraut, aber genauso ist es fremd. Ich bin ein Besucher und schaue durch ein Fernglas auf leere Schaufenster auf der anderen Straßenseite. Über meiner Schulter hängt eine Tasche mit Kameras und Filmen. Sie ist größer und schwerer, gefüllter, als bei manchem Job und doch bin ich nicht zum Fotografieren gekommen. Stattdessen stelle ich mir Fragen, wie ich es nur von dort wegschaffen konnte und ob mein Leben deswegen nun besser ist, als die alternative Version es gewesen wäre. Eine Zeit lang war dieser Ort noch ein gemeinsamer Nenner mit Freunden, die nun ihre eignen neuen Heimaten haben, genau wie ich meine nun neuste neue Heimat habe. Mancher hat jeden Bezugspunkt zu dieser Stadt gänzlich verloren. Es gibt keinen Grund mehr, dort zu sein. Die letzten Jahre waren geprägt von unserer Arbeit und… Mein Gedanke wird unterbrochen, als eine Frau schreit: “Ihr könnt da nicht essen,…”. Der Rest ist unverständlich. Sie ruft es nochmal, aber ich verstehe sie nicht. Dieser Ort ist mir so fremd geworden. Früher kauften selbst die Glatzen sich mal nen Döner, aber jetzt pöbeln Frauen, die die Mütter von Schulfreunden sein können, wenn man dort gedankenversunken auf sein Essen wartet. Der Leerstand ist beeindruckend und doch scheint es vielen gut zu gehen. Manches zerfällt, anderes ist neu, solide und man hat nicht gespart. Jeder lebt wohl für sich. Ich weiß es nicht, denn ich lebe dort ja nicht mehr. Ich bin nun ein Tourist. Einer der die Autobahn an Feiertagen verstopft. Ich wohne nun im Hotel und nicht mehr in meinem viel zu kleinen Zimmer. Meine Eltern sitzen nun hinten im Auto. Ich habe nur geträumt und bin gerade aufgewacht.

Meine Spielsachen

Immer wenn ich einen Film von Rossmann abhole und scanne, flute ich damit meinen Instagram Account. Teilweise sind das recht belanglose Bilder, denen ich da eine viel zu große Bühne einräume, aber in den Momenten freue ich mich einfach so sehr über diese Aufnahmen und irgendwann fragt dann halt einer, warum man so viele Kameras besitzt und wieso man überhaupt Filme einlegt, wo doch die digitale Leica auch im Schrank steht. Da ich Fragen oft nicht mit einfachen, kurzen und prägnanten Sätzen beantworten kann, versuche ich es nun hier, komplexer, so wie eben die Welt für mich ist – komplex. (Ist es nicht herrlich, wie oft man im Internet Dinge rechtfertigt, die man ohne Internet einfach nur tun würde?)

Wie bei jeder ernsthaften Betrachtung, müssen wir in die Vergangenheit reisen und schauen, wie alles angefangen hat. Als ich nach dem Studium meinen ersten Job bekam, nach Aachen zog und in einer Werbeagentur arbeitete, viel mir plötzlich auf, dass ich jetzt Geld hatte, Geld um mal eben eine Kamera zu kaufen. Mein neuer Job war nicht unbedingt das, was ich wollte, aber von irgendwas muss man ja leben und während ich mich etwas gestrandet fühlte, stolperte ich über CamerabagTV, eine Interviewserie mit Fotografen, die damals hauptsächlich analog fotografierten und sie alle waren da irgendwie reingeraten, in dieses Fotografieren. Ich habe die paar Folgen verschlungen und begann mich mit den Kameras zu beschäftigen, die sie benutzten. Ich hatte ja jetzt etwas Spielgeld. Eine Yashica T4 war damals schon zu teuer, aber eine T3 kostete 55€. Mittlerweile gibt es das Format aber nicht mehr und nur wenige Schnipsel sind noch zu finden. Frank Ockenfels ist sehr empfehlenswert:

Yashica T3

Die Yashica T3 ist eine ganz wunderbare Kamera. Sie ist robust, soll Staub und Wasser abweisen und das 35mm f2.8 von Zeiss ziemlich ordentlich. Man kann quasi nichts einstellen und sie übersteht nahezu jede menschliche Emotion, die ich ihr zugemutet habe. Wir haben was erlebt und ich gebe sie nie wieder her.

Ich habe mich da richtig reingestürzt. Eine Mamiya M645 gekauft, eine Hexar AF, Yashica 35 Electro GT, Minolta CLE und sehr viel Schwarzweiß fotografiert und auch selbst entwickelt. In der Agentur stand ein Flachbrettscanner mit Durchlichteinheit und so blieb ich dort so gar, wenn ich mal keine Überstunden machen musste. Ich habe ein gutes Jahr kaum mehr digital fotografiert. Ich glaube, ich habe erst jetzt begriffen, warum. Liegt da ein Film in der Kamera, dann stelle ich mir ein Bild erstmal vor. Man will ja keinen Frame verschwenden und so drückt man viel öfter einfach nicht ab, während ich digital oft ein Bild nur aus Langeweile mache, um mich zu beschäftigen. Der Gedanke, es einfach wieder löschen zu können, ohne dass es Folgen hat, lässt einen schon viel Müll fotografieren. Damals war mir das weniger bewusst. Eigentlich wollte ich Fotografie nur mal endlich ernst nehmen, sie mir verdienen, ein bisschen das Handwerk lernen, oder aber davon ablenken, dass ich nicht mutig genug war, zu kündigen und mich mal mehr um mein Lebensglück zu kümmern. Es war aber auch eine Frage des Respekts. Ich wollte mich anstrengen, wenn jemand mir ein gutes Motiv war. Analog zu fotografieren, oder heute eine Kamera ohne Autofokus zu benutzen, ist für mich eben das. Ich mache es mir etwas schwerer, als es sein müsste und nutze den Aufwand, mir ein bisschen mehr Sorgfalt abzuverlangen. Es hilft mir auch, gerade, wenn ich jemanden portraitiere, zu zeigen, dass mir das sehr wichtig ist, was wir da machen.

Na ja, 2013 wurde mal in mein Auto eingebrochen und ich war mittlerweile selbstständig, also seit ein paar Wochen. Dumme Sache, um weiterarbeiten zu können, musste ich alles verkaufen, was man zu Geld machen konnte. Nur die Yashica T3 blieb. Ich habe dann sehr lange nicht mehr analog fotografiert. Erst 2015 hat mir Ben Bernschneider mir wieder Lust darauf gemacht, Filme zu belichten. Zufällig stolperte ich auch über eine Olympus MJU II.

Olympus MJU II

Sie hat mich keine 30€ gekostet und wäre sie nicht so klein, würde ich sagen, dass sie das viele Geld, was man sonst teilweise dafür zahlt, nicht wert ist. Das Ding ist einfach eine Hypekamera, die schon ordentlich arbeitet, aber Wunder kann sie auch nicht vollbringen. Sie ist mir gleich nach ein paar Tagen runtergefallen und das Batteriefach schließt nun nur noch mit Tape.

The Classic Presets

Als ich angefangen habe, an den Classic Presets zu arbeiten, musste ich auch wieder vermehrt auf Film fotografieren. Woher soll man sonst ein Gefühl für den ganzen Kram bekommen. Seit letztem Jahr digitalisiere ich auch wieder selbst. Zuerst mit einem Canoscan 9000f mk II und nun mit einem Plustek OpticFilm 7400. Wenn man etwas sucht und die Ansprüche nicht riesig sind, dann bekommt man mit den Plustek-Scannern schon alles, was man braucht. Ich fotografiere viel Kodak Gold 200, UltraMax 400 und Agfa Vista 400, eben was günstig ist und an dem ich schwer vorbeigehen kann, wenn ich mal wieder einen Film zu Rossmann bringe. Dort lasse ich aktuell noch Farbfilme entwickeln. 2,50€ kostet die Entwicklung und funktioniert für mich sauber. Man hört immer mal wieder, dass die Drogerien einen Film versaut hätten, aber da stehen ja auch Großlabore, wie Cewe dahinter, die bei C41 oder E6 wirklich nicht viel falsch machen können. Nun ja, zuhause scanne ich dann in Ruhe, nachdem ich brav meine 3-5 Tage auf den Film gewartet habe. Das empfinde ich als meditativ und ich habe so gelernt, dass der Film allein nicht den Look bestimmt. Wenn wir ihn digitalisieren, interpretieren wir ihn auch gleichzeitig und so haben Scanner, Software und Methode der Negativumwandlung schon noch mal ordentlichen Einfluss auf das Gesamtergebnis. All das ist wichtig, wenn ich dann meine Classic Presets optimiere, oder an etwas ganz neuem arbeiten möchte. Es gibt auch einige Details und Facetten, die wir niemals digital hinbekommen werden. Nuancen, Farbverschiebungen, die Darstellung von Mischlicht, die sich oft richtiger anfühlen, oder zumindest auch mal visuell überraschend wirken. Ich weiß längst noch nicht absolut, was ich da tue, wenn ich auf Film fotografiere und vielleicht ist es auch das, was mich daran so begeistert.

Geschenke

Wenn man so viel darüber redet, viel zeigt und immer eine Kamera dabei hat, dann bekommt man manchmal auch was geschenkt. Mein Kumpel Alex hat mit eine Konica Pop und eine Minolta X300 geschenkt. Neulich bekam ich auch einen Haufen Kodak Ektar 100.

Minolta X300

Viele Minoltas sind ganz wunderbare Kameras. Es gibt viele gute Objektive, die auch nicht so teuer sind. Mit irgendwas aus Minoltas X-Serie kann man nichts falsch machen. Diese Kamera hat ihren Weg zu mir gefunden. Das Objektiv stammt vom Flohmarkt und ein 50mm hat mir Johannes geschenkt. Der erste Film wird gerade entwickelt. Ich bin sehr gespannt.

Nikon F90x

Die Nikon F90x habe ich angeschafft, weil ich nur Point and Shoots besaß und gerne Herr über Blende und Zeit sein wollte, wenn ich Referenzbilder für meine Classic Presets fotografiere. Sie stand bei einem Händler im Schaufenster und ich dachte, es wäre bei Nikon so easy, wie bei den analogen Canon EOS, wo man wirklich jedes EOS-Objektiv nutzen kann. Die F90x versteht sich aber mit Objektiven nicht, die eine elektronische Blendensteuerung haben. Das schränkt die Auswahl sehr ein und ich muss noch etwas Geld in die Hand nehmen. Weil sie aber ein absolutes Arbeitstier ist und wirklich schön die Belichtung misst, werde ich wohl mal ein Nikon AF Nikkor 35 mm/2,0 D kaufen.

Canon AE 1

Willst du ein analoges System, was viele günstige und gute Objektive bietet, dann ist man bei Canon richtig. Die FD-Linsen sind ganz ok und vor allem weit verbreitet und günstig. Die AE1 ist auch eine tolle Kamera. Mit ihr muss ich noch viel fotografieren. Der Winter hat mich nur ein bisschen aufgehalten.

Contax T2

Hier hat der Hype mich mal richtig erwischt. Die Preise, zu denen die T2 gehandelt wird, werden nur von denen der T3 übertroffen. Es ist absolut verrückt, aber ich wollte sie so gerne haben. Das Objektiv ist wirklich charismatisch und wir reden hier nicht von Bildschärfe. Man kann es schwer beschreiben, aber da passiert Magie und sie ist jeden Euro wert. Ich hatte bei einer eBay-Auktion Glück und der Verkäufer akzeptierte meinen Preisvorschlag. Verschuldet euch nicht, aber wenn ihr es doch tut, hier verbrennt ihr kein Geld.

Ich fotografiere gerne analog. Es macht mir einfach Freude. Man kann nicht sagen, dass man unbedingt analog fotografieren müsste, es überlegen, elitär, oder besser wäre. Am Ende macht man dort die gleichen Fehler, die man immer macht und es hilft mir nur, nicht die Motivation, das Interesse, oder den Mut zu verlieren. Ich kenne langsam alle Tricks, um mich auf Kurs zu halten, so dass ich mich entwickeln kann, wenn auch langsam und mit großen Umwegen, aber immerhin geht es voran und ich lerne immer wieder dazu. Eines muss aber klar sein. Es geht nie um eine Kamera, oder einen Film, ein Werkzeug eben. Es geht immer nur um Inhalte und niemand wird automatisch ein bessere Fotograf, weil er diese, oder jene Technik benutzt. Manche Dinge machen mehr Spaß als andere, manche lenken einen ab und andere helfen bei der Konzentration. Man muss rausfinden, was einem gut tut und was man meiden sollte, aber ich kenne niemanden, der sich nicht gefreut hat, als er seinen ersten Film selbst entwickelt hatte und da tatsächlich Bilder zu sehen waren.

Nun bleibe ich Bilder aus den Kameras und mit den Filmen schuldig. Es würde den Rahmen sprengen und schon jetzt habe ich das Gefühl, ganz viel nicht erzählt zu haben. Vielleicht muss man da mal in die Tiefe gehen, oder ihr schaut mal bei Matt Day vorbei.

Das Solaris Projekt.

Es gibt die Ferrania Solaris Filme und ja, die sind spannend und manchmal wohl etwas eigen. Ich habe ein paar hier und ich werde sie noch in Referenzmaterial verwandeln und übrigens stellt sich Ferrania gerade neu auf und will 2019 zurück ins Geschäft kommen. Nochmal 100 Jahre Analogfilm heißt es auf ihrer Seite und die Einstellung gefällt mir sehr!

Das Solaris Projekt ist jedoch etwas anderes, auch wenn den Ferrania Filme den Anstoß zu allem lieferten. Vor einigen Monaten habe ich mich mit diesen Filmen beschäftigt und ich wollte sie in Lightroom Presets übersetzen. Wenn mir das mit den CineStill Filmen geglückt war, wird so ein normaler Negativfilm ja nicht so schwer sein.

Seit diesem Gedanken ist einiges passiert. Ich bin abgelenkt wurden, habe andere Dinge umgesetzt und noch keinen einzigen Solaris belichtet. Es ist ein bisschen so, als würde ich sie mir für etwas besonderes aufheben und nun ja, ich weiß gar nicht was das sein sollte. Meine Zurückhaltung lies jedoch eine andere Idee heranwachsen. Ich interpretiere viel und versuche das Verhalten vom Filmmaterial nicht nur auszumessen, sondern zu verinnerlichen. Viele von euch werden wissen, dass Fuji immer ein bisschen mehr zum Grünstich neigt und wer mag nicht das Rot bei Kodak? Die einzelnen Filme haben dann nochmal ihre eigenen speziellen Eigenarten. Ich fragte mich, ob man die nicht wild miteinander kombinieren und sich nicht einfach eigene Filme ausdenken könnte, die es so nie gegeben hat. Das ist die Metapher hinter dem Solaris Projekt.

Ich fokussiere einen maximalen analogen Charakter, sofern der denn als digitale Kompromisslösung zu erreichen ist. Alles ist flacher, weniger stark gesättigt, eben näher an den Erfahrungen, die ich beim Scannen des Originalmaterials gesammelt habe. Wer mir auf Instagram folgt weiß, dass ich in den letzten Monaten auch wieder viel Film fotografiert habe und alles ausprobiere, was mir in die Finger kommt. Dabei stellte ich fest, dass wir digital viel zu sehr verfremden und die Gammakurve eigentlich anders verlaufen sollte.

Wir nutzen in LR die RGB-Gradationskurven sehr gerne, aber haben irgendwie nie bedacht, welchen nachteiligen Einfluss sie auf die Sättigung von Farben haben können. In Kombination mit den weiteren Tools zur Tonwertveränderung ergibt sich oft ein Flickenteppich von Einstellungen, die man irgendwann nur noch schwer im Zaum halten kann. Ich habe möglichst viel simplifiziert und alles eliminiert, was stört, um dann nochmal alles zu hinterfragen, was ich mit den Classic Film Presets für Lightroom angefangen habe. Die Solaris Presets kommen ohne Profile aus und arbeiten mit Lightroom-Bordmitteln.

Wie funktionieren die Solaris Presets – Tutorial


Im Moment gibt es 15 verschiedene erdachte Filme, weitere 9 sind in Planung. Die erste Veröffentlichung wird allerdings nur 12 enthalten, denn ich will das ganze Projekt in einem ständigen Fluss weiterentwickeln und aufstocken. Jeden Monat wird es einen neuen Film geben, der in einem natürlich kostenlosen Update veröffentlich wird. Das wird mir und euch viel Spaß machen.

Das Solaris Project findet ihr im The Classic Presets Shop für 29,99€.

 

Solaris 800z

Solaris Veliva 50

Solaris 400h

Solaris Elite Chrome 100

Solaris Gold 200

Solaris XPS 160

Solaris XPS 160

Solaris XPS 160

Solaris Elite Chrome 100

Solaris Velvia 50

Solaris Portra 400 NC

Solaris Velvia 50

Solaris Precisia 100

Solaris 400h

Solaris Portra 800

Solaris 400h

Solaris Portra 160

Solaris Superia 100

Solaris Portra 400 NC

Solaris XPS 160

Solaris XPS 160

Solaris XPS 160

Solaris Gold 200

Solaris XPS 160

X-Pro 2 statt Leica M

Die X-Pro 2 bekommt viel zu wenig Liebe. Ich nehme sie so selten mit, wenn es nicht gerade um einen Job geht. Sie ist zu einem reinen Vernunftswerkzeug verkommen, was sie aber nie sein sollte. Die Sache ist ja die, da steht die Leica neben der X-Pro 2 und Leica verpflichtet halt. Das Ding will ich mir immer wieder neu verdienen und dabei müsste ich mir die X-Pro 2 erstmal verdienen. Die meisten Bilder waren nicht gerade grandios, sondern nur solides Handwerk. Meine Passion hat sie wenig füttern können. Ich habe ihr einfach kaum eine Gelegenheit gegeben. Ich muss zugegeben, es war auch ein komisches Gefühl, die X-Pro 2 einzupacken und die Leica M-P 240 zuhause zu lassen. Es war, als würde ich bewusst etwas wichtiges vergessen. Die Leica hat meine Art zu fotografieren ein bisschen beeinflussen können und ich habe mich gefragt, ob sie mich dazu jedes mal aufs Neue zwingt, oder ob da wirklich etwas hängen geblieben ist. Na ja, zumindest habe ich mich erstmal damit beruhigt, aber auch damit, dass ich mir sicher war, eigentlich alles schon hinreichend mit der M-P fotografiert zu haben. Auch wenn ich immer wieder meine Familie und mir wichtige Motive in meiner Heimat fotografiere, könnte ich es verschmerzen, wenn das einmal nicht so klappt. Es ist eher eine Tradition, als eine Notwenigkeit. Die Fuji macht immer noch Spaß, auf ihre Art. Sie ist keine M und die Haptik der M ist mir lieber, aber vielleicht ist es auch nur Gewohnheit. Kann man sich vorstellen, dass man sich an den Autofokus erstmal wieder gewöhnen muss? Eingepackt habe ich auch zwei Objektive, die ich weniger benutze, als ich sollte. Das 18mm F2 R und das 35mm F2 WR. Meistens nutze ich das 23mm F2 WR oder das 18-55mm f2.8-4. Kürzlich habe ich erst überlegt, ob ich das 18mm überhaupt brauche, dabei ist es wesentlich angenehmer, als das schwerere Zoom. Man merkt die Kamera fast gar nicht, so leicht ist die Kombi. Die M-P kommt mir nun, wo ich wieder zurück bin, fast etwas übertrieben vor, kann man doch mit der X-Pro 2 die gleichen Geschichten erzählen und genauso fotografieren. Das war mir vorher schon klar, aber gemacht habe ich es dennoch nicht. Erinnert mich bitte in nächster Zeit, dass ich das öfter mal mache. 

Classic Gold 200

Das Motiv macht den Look. Will ich etwas bestimmtes erreichen, muss ich in erster Linie das richtige Motiv fotografieren. Es geht einfach nicht, im Nachhinein an allen Reglern zu drehen und in Wuppertal die wunderbare Atmosphäre eines Strandes abzubilden. Licht, Farben, alles funktioniert anders. Ich beobachte auch gerne, wie die Anmutung mancher Motive sich verändert, wenn die Jahreszeiten, oder vielleicht nur die Tageszeiten sich verändern. So kann man viel lernen. Man findet raus, wann man ein bestimmtes Motiv fotografieren kann und wann es gar nicht funktionieren wird. Es hilft mir auch bei meiner Arbeit an The Classic Presets. Im Moment arbeite ich an einem neuen Workflow, der es mir ermöglicht analoges Material noch authentischer abzubilden. Seit einiger Zeit fotografiere ich wieder vermehrt auf Negativfilm und stelle fest, wie sehr dann manchmal ein Preset doch vom Original abweichen kann. Das betrifft nicht nur Mischlicht, mit welchem der Film deutlich angenehmer umgehen kann, als unsere digitale Technik. Es sind Tonwerte, Sättigungen bestimmter Farben, die sich je nach Motiv verändern. Wenn ich meine Negative scanne, eröffnen sich dazu noch zusätzliche Wege, wie ich das Material interpretieren kann, um so meinem Wunschmotiv näher zu kommen. In letzter Zeit konnte ich daraus ein paar Rückschlüsse ziehen und habe mir Wege erarbeitet, um diese auf digitales Material anzupassen. Am Wochenende war ich mit Sheila in Bergen aan Zee. Dort fahren wir öfter hin, wenn wir mal kurz ans Meer wollen und dort habe ich schon ein paar Rollen verschossen. Ich kann habe also ein bisschen Referenzmaterial, was mir ähnliche Motive zu verschiedenen Tages und Jahreszeiten abbildet. Das half mir eine kleine Neuschöpfung zusammenzubauen. Hier sehen wir 2 Alpha Versionen, die auf dem Kodak Gold 200 basieren, aber in die auch mein persönlicher Geschmack eingeflossen ist. Bei einer mehr, bei der anderen weniger. Nun heißt es testen, weiterentwickeln und sehen, wo einen das hinführt.

Leica M Messsucher justieren

Stell dir vor, du bist gerade irgendwo, fotografierst vielleicht so gar wichtige und weniger belanglose Dinge als sonst, wenn du feststellst, dass der Fokus an deiner Leica M nicht mehr hinhaut. Dann kannst du dich ärgern und mit einem unangenehmen Gefühl nachhause fahren. Ich meine, wer hat schon eine zweite Leica, als Backup rumliegen und man weiß ja nie, wie ausgelastet man gerade in Wetzlar ist. Man kann sich dem aber auch selbst annehmen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie der Fokus verstellt sein kann.

Das Messsucherfeld ist vertikal verschoben

Bei älteren Leicas benötigt man hierfür ein spezielles Werkzeug, das “Vertical Alignment Tool”. Bei meiner M-P240 tut es aber auch ein Torx-T8.

Zunächst muss man die Schraube, die bei der M-P das Leica Logo ersetzt, lösen. Bei der M240 entfernt man stattdessen vorsichtig das Leica Logo, um es später einfach wieder einzukleben. Wer Angst vor Kratzern hat, nutzt lieber ein Werkzeug aus Plastik. Ich habe die Schraube später wieder mit Edding “lackiert”, aber die Lösung dürft nicht jedem genügen. Hinter dieser Schraube befindet sich der Zugang zur Einstellmöglichkeit der vertikalen Ausrichtung des eingespiegelten Messucherbilds.

Hier setzt man einfach mit dem Torx an und kann das Feld mit leichten Drehen justieren. Dreht man im Uhrzeigersinn, hebt man das Bild und gegen den Uhrzeigersinn senkt man es. Schwer ist es nicht und mit ein bisschen Fingerspitzengefühl bekommt man das ziemlich genau hin.

Front- oder Backfocus

Oft liegt es daran, dass die Unendlichstellung nicht passt. Das lässt sich leicht überprüfen. Sucht euch ein Objekt in größerer Entfernung, vielleicht 50 oder 100 Meter und Fokussiert darauf. Der Fokusring des Objektivs sollte nun am Anschlag liegen und das eingespiegelte Bild sich mit dem Objekt decken. Erreicht der Fokusring den Anschlag zu früh, habt ihr einen Backfocus. Erreicht ihr den Anschlag gar nicht, dürfte es sich um einen Frontfocus handeln. Mitunter fällt diese Abweichung erstmal nicht auf und man gibt sich selbst die Schuld dafür, dass man entferntere Objekte nicht getroffen hat. Besser man kontrolliert auf diese Art eine Fehlstellung hin und wieder. Auch das ist leicht mit einem 2mm-Imbus zu beheben. Man muss nur das Objektiv abnehmen und mit dem Werkzeug, wie auf dem Bild zu sehen, ansetzen. Durch leichtes Drehen kann man die richtige Unendlicheinstellung erreichen, wenn das weit entfernte Objekt mit dem eingespiegelten Bild im Messsucher überlappt und das Objektiv seine korrekte Unendlicheinstellung erreicht hat. Mit ein bisschen Gefühl hat man es schnell raus und alles funktioniert wieder richtig.