Ich bastele da gerade an etwas. Es ist ein Lightroom Preset inklusive Farbprofil, welches dem Kodak Kodachrome 25 so nah kommen soll, wie es nur geht. Eine komplette Emulation wird niemals möglich sein und ich kann mich nur an bereit existierendem Bildmaterial orientieren. 2009 hat Kodak die Entwicklung dieses Films eingestellt und neben Kodak konnten nur ausgewählte Fachlabore im K14-Prozess entwickeln. Die Chancen heute Kodachrome zu entwickeln ist fast bei 0. Irgendwo steht sicher noch ein bisschen Chemie und ein paar Meter Film wird es auch noch geben. Mich ärgert es einfach unendlich, niemals auf Kodachrome fotografiert zu haben. Da geht es irgendwie ums Prinzip und da ich mich nicht geschlagen geben möchte, versuche ich zumindest einen kleinen Kompromiss zu erreichen und einen Look zu entwickeln, der diesen Film als Grundlage benutzt. Ich bin da schon ein gutes Stück weiter gekommen und muss nun sehr viel testen und testen lassen. Dieses Wochenende hat mich mein guter Freund Yannick besucht, um sich nach einem geeignetem Masterstudiengang umzusehen. Die HSD in Düsseldorf hatte eine Werksschau und so was eignet sich ja immer gut, um ein Gefühl für einen Fachbereich zu bekommen. Da sollte sich doch viel verschiedenes fotografieren lassen, um den aktuellen Stand mal wirklich in Erfahrung zu bringen. Wie taugt denn das Preset, wenn man nichts mehr an den Bildern tun mag, außer es anzuwenden?

Als ich Yannick vom Bahnhof abholen wollte, sah ich schon die Straße runter eine Demo. Es lohnt sich immer, da mal etwas näher ranzugehen, denn wo Leute mit eine Botschaft auftreten, liegen immer ganz viele Geschichten rum und man kann sie ganz einfach aufsammeln. Hier ging es wohl um die Unterstützung von Kurden in der Türkei und um die Freilassung von Abdullah Öcalan.

Dann tauchten plötzliche diese Leute auf, die sich einfach an die Demo für kurze Zeit angehängt haben, da ihre Kundgebung am Bahnhof stattfand. Das fand ich viel spannender und so bin ich etwas näher rangegangen.

Fokus versaut, Story passt. So was löscht man nicht, das zeigt man.

Die Schwarzweißbilder habe ich in Nik Silver Efex entwickelt. Der Kodak Tri-X Look ist einfach so perfekt, man braucht nichts anderes mehr, außer vielleicht eine Rolle Tri-X selbst. Aber vielleicht noch kurz etwas anderes, ich labere dieser Tage ja viel von Technik, Looks und Farbprofilen. Darum geht es am Ende nicht. Die Geschichten müssen passen, alles andere ist nur nebensächlich.

Die Werksschau war so, na ja… sagen wir ‚O.K.‘, aber das hier war ein sehr solides Werk. Insgesamt zählten wir 2 wirklich gute Arbeiten, vieles war schon nicht so schlecht, aber auch nichts, was den Fachbereich besonders hervorheben würde.

Samstag, done.

Wenn man eh warten muss, dann kann man das ruhig an einer guten Eckte tun. Leider passiert Sonntags in Wuppertal absolut gar nichts und so fotografiert man in 30 Minuten vielleicht 5 Situationen. In NY ist das einfacher.

Ich hab mich ein bisschen gefreut, auch wenn ich die Arbeit von Per Florian Applegreen schon gesehen habe, ist es doch immer etwas anderes, wenn man ihr dann leibhaftig begegnet. Good Job!

Das Abschätzen von Distanzen wird besser.

Wir waren eigentlich nach Düsseldorf gefahren, um uns die Peter Lindbergh / Garry Winogrand Ausstellung anzusehen, aber der Andrang war mir etwas zu viel. Das mache ich dann lieber noch mal in Ruhe.

Fokus verpasst, aber die Story ist da und die ist wichtiger.

Letztes Bild, ungelogen ging danach die Kamera aus. Akku durch. Mic drop.