Dieser Tage beschäftige ich mich sehr stark mit einem Teil meines Jobs. Ich fotografiere auch Hochzeiten und Suchmaschinenoptimierung des Portfolios ist da ein wichtiger Arbeitsschritt. Es muss nicht nur alles schön aussehen, gut funktionieren und sofort die richtigen Informationen bereithalten, sondern die Seite muss vor allem erstmal gefunden werden. Für mich ist das ein ständiger Zwiespalt zwischen zu viel und zu wenig Text, zwischen Formulierungen wie „Hochzeitsfotograf Wuppertal“ und mir tauglicheren Begriffen. Optimiert man einen Text für die Suchmaschine, verliert er oft die eigene Seele und wird schnell zu ekliger Werbung, die mit meinem Dienstleistungsangebot nicht mehr so viel zu tun hat.  Ich möchte nicht zu so einem Typen werden, der sich absolut verkauft, der mehr Text als Bilder in seinem Portfolio hat und der Hochzeiten vor allem aus monetären Gründen fotografiert.

Früher habe ich mal gesagt, wenn alles schief geht, kann ich immer noch Hochzeiten fotografieren. So viel ist seitdem gar nicht schief gegangen, aber ich fotografiere dennoch Hochzeiten. Wie es dazu kam und wie ich darüber denke, möchte ich heute gerne erzählen.

Ich hatte immer ordentliche Vorbehalte. Hochzeitsfotografen waren für mich immer diese Fotobudentypen, die weder einen Sinn für Ästhetik noch für Romantik besitzen. Sie leben in ihrer eigenen Welt und auch wenn Kunden sie dafür bezahlen, dass sie diese mal für ein paar Stunden verlassen, schaffen sie es dennoch nicht. Es tat mir immer leid, wenn ich an so einem Laden vorbei ging und die Bilder im Schaufenster sah. Ich hatte mich nie mit den eigentlichen Kunden beschäftigt, mit denen ich doch so viel Mitleid hatte und so fragte ich mich immer, wie es so weit kommen kann. Ich wollte niemals so einen Unfug produzieren und schloss daher konsequent aus, überhaupt Hochzeiten zu fotografieren, ein bisschen in der Sorge, die Kunden würden diesen Unfug vielleicht gar nicht so schlecht, sondern ziemlich gut finden.

Irgendwann lief mir dann mal Steffen digital über den Weg und zeigte, dass es auch anders geht und das Thema eigentlich gar nicht so schlimm ist. Er hat damals selbst gerade angefangen Hochzeiten zu fotografieren und schrieb ganz gut darüber, was ihm dabei alles widerfuhr. Ohne es zu wissen, wurde er damit zum Anwalt der Hochzeitsfotografie für mich. Mein elitäres, arrogantes Ich hat er mal ordentlich vermöbelt und seitdem zeigt es sich nicht mehr so gerne. Danke dafür!

Hochzeitsfotograf Wuppertal

Das plötzliche eine kleine Fussballmannschaft, die Hochzeitsgesellschaft unbeeindruckt durchquert, um dann auf dem Friedhof ein bisschen zu spazieren, kann man sich auch nicht vorher ausdenken. Es sind solche Begebenheiten, die immer wieder passieren und Hochzeiten ein bisschen einmaliger werden lassen. Hochzeiten sind ein Magnet für seltene Ereignisse.

Die erste Hochzeit, die ich überhaupt jemals besuchte, war eine von Fremden. Ich bin mitgenommen wurden, weil jemand für jemand anderen einspringen musste und es für eine gute Idee hielt, dass ich mit dabei wäre. Plötzlich offenbarte sich mir wieder diese Business, was ich doch ein wenig verächtlich betrachtete. Eine Fotografin hatte eine Hochzeit angenommen, obwohl sie wusste, dass sie niemals rechtzeitig zur Trauung in der Kirche sein würde. Um dieses Problem zu lösen, sorgte sie für Ersatz und kam später dazu. Ich wunderte mich, dass das Paar das mitgemacht hat, aber wenn man das 5 Minuten vor der Party offenbart und die armen Leute den Kopf eh mit anderen Dingen voll hatten, verstehe ich, warum man sich darauf einlässt. Eine Wahl schienen sie nicht zu haben. Ich stellte fest, wie facettenreich Hochzeiten sein können und wie viel ständig überall passiert. Es hat mir Spaß gemacht dort zu fotografieren. Ich konnte mich richtig ausleben und schien nicht auf Grenzen zu stoßen, wie ich sie von der Street Photography her gewohnt war. Alle sind offen, alle haben Spaß, es ist so einfach die guten Motive zu fotografieren. Man wird als Fotograf Teil der Story und ich musste mich bis dahin oft immer bemühen, das gerade nicht zu werden, aber trotzdem mein Bild zu bekommen. Am Ende gab es noch Ärger mit der Fotografin, die damals den Job eigentlich fotografieren sollte. Ich fühlte mich plötzlich wieder bestätigt in meinem Denken über Hochzeitsfotografen, war diese Frau doch nur auf das Geld aus und ihr Ego war gekränkt worden, als sie die gemeinsame Arbeit betrachtete. Ich beschloss vielleicht doch besser keine Hochzeiten zu fotografieren, auch wenn ich während der Hochzeit kurz überlegt hatte, ob das nicht was für mich sein könnte.

Hochzeitsfotograf Wuppertal

Ein Jahr später, ich saß gerade in einer Pressekonferenz, bekam ich einen Anruf. Weil ich nicht rangehen konnte, googelte ich die Nummer und es war eine Anwaltskanzlei, die unteranderem Medienrecht bearbeitet. Ich überlegte gleich, ob mich jemand abmahnen möchte, oder sonst etwas sei. Im Auto rief ich dann zurück und stellte fest, dass Herr Anwalt gerne heiraten möchte und gemeinsam mit seiner Frau entschieden hatte, dass nur ich die Hochzeit fotografieren könnte. Was ich denn dazu meinen würde, weil ich das in meinem Portfolio ja gar nicht zeigen würde. Ich war überrascht und geehrt zugleich. Eigentlich bekommst du doch nur die Jobs, die du auch zeigst und ohne den Beweis angetreten zu haben, dass ich in dem Bereich gut sein könnte, war jemand davon überzeugt, ich wäre es. Ich willigte sofort ein und fotografierte ein paar Wochen später eine wunderbare Hochzeit im Bismarkturm in Wuppertal. Ich war plötzlich ein Hochzeitsfotograf und es war großartig. Das Paar hatte so viel Spaß und wollte eine authentische Serie und keine seelenlosen Portraits. Wir hatten die gleiche Wellenlänge, einen ähnlichen Geschmack und ich fühlte mich sehr wohl. So begann alles. Ich wollte mich doch mal versuchen und schauen, ob man Hochzeiten nicht doch fotografieren kann, ohne eklig zu sein.

Hochzeitsfotograf Wuppertal

Ich lernte einen weiteren Fürsprecher der Hochzeitsfotografie kennen. Daniel wurde ein guter Freund und ohne ihn, wäre ich vielleicht gar nicht dabei geblieben. Er hat mir das Business erklärt und mich in seine Jobs mit einbezogen. Wo andere auf Workshops rennen, um mal anständige Personen in einer wunderschönen Umgebung zu fotografieren, da bekam ich das alles serviert und wurde auch noch dafür bezahlt. Nebenbei erlebten wir auch noch ein großartiges Abenteuer zusammen und stellten fest, dass wir als Team großartig funktionieren. Hochzeitsfotograf war nun endgültig cool genug für mich.

Ich gründete den Awesome Hearts Club, weil ich mich mit „André Duhme – Hochzeitsfotograf Wuppertal“ einfach nicht anfreunden kann. Damit bekam meine Ansicht, wie ich Hochzeiten fotografieren möchte, einen Namen und ein eigenes Portfolio. Man denkt immer, es wäre schwer an die Jobs zu kommen, oder schwer eine Hochzeit tatsächlich zu fotografieren. Wirklich schwer dagegen ist es, sein Wesen in eine Marke zu pressen und danach noch in den Spiegel gucken zu können. Nach ein paar Anläufen und etwas Feedback von den Guten der Branche, war aber auch das geschafft und ich habe eine schöne Saison hinter mir.

Hochzeitsfotograf Wuppertal

Ich hätte es anfangs nie gedacht, aber ich bin ziemlich zufrieden damit. Das Fotografieren von Hochzeiten erfüllt mich in ein paar Dingen, wie es manche anderen Jobs nicht können, allen voran schaffe ich tatsächliche konservierte Erinnerungen und schenke sie Menschen, für die diese einen großen Wert besitzen. Es ist jedes mal ein bisschen, als würde man Mitglied in einem Geheimbund werden. Manche Paaren wurden zu Freunden und von jeder Hochzeit konnte ich etwas für mich mitnehmen, was mich wachsen ließ. Es sind dankbare Jobs, aber dabei sind sie dennoch anspruchsvoll. Sie fordern mich und am Ende weiß man, was man geleistet hat.