#S21

Heute Nach­mit­tag war ich etwas ent­setzt, wenn auch nicht ver­wun­dert. Ich habe die ganze S21-​Problematik in Stutt­gart etwas am Rande mit­be­kom­men aber hätte nie mit sol­chem Aus­gang gerech­net. Ob das Pro­jekt nun gut oder schlecht ist, möchte ich nicht bewer­ten, denn es wäre nun eine äußerst sub­jek­tive Betrach­tung. Offen­sicht­lich gab es gute Gründe, damit eine recht große Menge Men­schen sich an die­ser Demons­tra­tion betei­ligt. Auch der Gegen­seite spre­che ich gute Gründe zu. Zwei Mei­nun­gen soll­ten immer bemüht sein eine Überein­kunft zu fin­den, sich gegen­sei­tig anzu­hö­ren und eben auch mal unbe­que­mes ertra­gen, solange es dem Anlass ent­spre­chend vor­ge­tra­gen wird.

Mein ers­tes Gefühl war eine Form von Bestür­zung. Ich war deut­lich emo­tio­nal beein­flusst durch ein Bild. Angeb­lich kam es über DPA-​Kanäle, aber der Ver­brei­tungs­ka­nal Twit­ter war für mich nicht auf eine glaub­hafte Quelle hin zu über­prü­fen. Auch was folgte war mehr hören sagen und Reak­tio­nen ähnlich emo­tio­nal mobi­li­sier­ter Men­schen. Ich beschloss mit mei­ner Wer­tung der Ereig­nisse bis zum Abend zu war­ten und die gro­ßen Tages­zei­tun­gen zu kon­sul­tie­ren. Was mir aber sofort klar war, ist mein Stand­punkt zu sol­chen Ereig­nis­sen. Wäre ich Stutt­gar­ter hätte ich wohl meine Kamera genom­men und wäre sofort dort hin­ge­fah­ren, ohne wirk­lich zu wis­sen, was ich danach mit den Bil­der hätte anstel­len wol­len. Es wäre mir nur zunächst wich­tig gewe­sen, das sie exis­tie­ren. Es gab heute viel Kri­tik und auch unbe­grün­dete For­de­run­gen offen­sicht­lich frus­trier­ter Men­schen. Rück­tritt von irgend­wem, am bes­ten die ganze Regie­rung und über­haupt alle, die irgend­eine Ent­schei­dungs­ge­walt besit­zen soll­ten sich tief ein­gra­ben. So etwas zu ver­lan­gen ist auch Quatsch. Falls sol­che Fälle sich jedoch häu­fen, besteht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf, denn dann kippt die Gesell­schaft in eine Rich­tung, die für kei­nen etwas gutes bedeu­ten würde. Was man jetzt tun kann, ist Ereig­nisse und Taten zu bewer­ten. Die Hin­ter­gründe beleuch­ten und objek­tiv sein. Sollte sich die schein­bare Ten­denz zu einer Wende in unse­rer Gesell­schaft füh­ren, wäre Foto­jour­na­lis­mus für mich eine per­sön­li­che Mög­lich­keit aktiv zu wer­den. Ich finde das Thema schon lange inter­es­sant, aber so wäre wohl eine tat­säch­li­che Moti­va­tion geweckt, abzu­bil­den was geschieht, damit am Ende eine Bewer­tung und Kon­se­quenz mög­lich ist.

Les­bar hierzu auch noch Spiegel-​Online.



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