Kontakte
In letzter Zeit höre ich immer wieder kritische Stimmen, die sich darüber beschweren, dass ihnen zuviel Resonanz aus ihrem selbst aufgebauten Netz zurückschwappt. Es kommt oft von jenen, die nah daran sind, eine Art Popstar im Internet zu werden. Es sind die Blogger, die vor einiger Zeit noch dazu aufriefen, sich mit ihnen bei jedem Social Media Dienst, der sich halbwegs durchsetzte, zu vernetzen. Man schwärmte von den grenzenlosen Möglichkeiten. Kontakte könnten nun so einfach und von allein geknüpft werden und das funktionierte zum Teil auch echt gut. Wenn man die Geschichte so beobachtet, kamen durchaus Projekte bei rum. Sie sind wichtig geworden, werden von allerhand Agenturen umworben und bekommen sogar Post mit teilweise unsinnigem Zeug. Nun scheint es langsam zu viel zu werden und man fühlt sich belästigt. Es ist nötig zu sortieren und die Kommunikationskanäle zu überdenken. Dumme Fragen mag keiner, unnütze Kommentare noch weniger und so kommt es, dass man einen Mehrwert anzeigen muss, damit sie der Vernetzung zustimmen.
Mein Verständnis von der Großartigkeit des Internets ist immer noch ein anderes. Die Problematik, auf dumme Fragen antworten zu müssen oder unsinniges Zeug vor die Füße geworfen zu bekommen, habe ich auch schon durchdacht, als mich der erste wirklich Fremde bei Facebook als ‘Freund’ haben wollte. Was soll’s? Fragen sie halt oder werfen sie eben. Heute kann es nerven, aber morgen können sie auch eine Antwort auf mein Problem haben. Ich versuche offen zu sein, jeden Menschen als Möglichkeit zu begreifen. Ich kann ihm helfen und er mir. Vielleicht ist er auch nur ein Bindeglied zu einem anderen. Ich lese es sehr ungern, wenn Menschen sich darüber beschweren, dass sie für andere offensichtlich interessant sind. Manchmal muss man die dummen Fragen von jemandem, der es eben nicht besser weiß, einfach ertragen. Vielleicht hilft man ihm mit der Antwort bei der Entwicklung von etwas Großartigem. Ich für meinen Teil versuche freundlich und offen zu sein. Ich werde jedem, der mir hilft oder es zumindest versucht, versuchen ein gutes Gefühl zu geben. Auch wenn jemand Fortschritte macht, lernt und mich einfach um eine Meinung oder Rat bittet, werde ich dabei nicht stillschweigen. Möchte mich jemand als sein Facebook-Kontakt, werde ich auch nicht auf meine Fan-Seite verweisen, sondern den Kontakt annehmen. Sollte alles doch einmal Überhand nehmen, werde ich sicherlich einen Weg finden, damit umzugehen, ohne meine Einstellung zu ändern. Abschließend schaut euch die tollen Worte von Stephen Fry an. Sind zwar 30 Minuten, aber die sind es Wert. Er hat eine großartige Lebenseinstellung.
STEPHEN FRY: WHAT I WISH I’D KNOWN WHEN I WAS 18 from Peter Samuelson on Vimeo.

Ich habe mich durch deinen Artikel angesprochen gefühlt. Nicht weil ich einen riesigen Blog habe und am Olymp der Blogger teilhabe. Ich habe mich angesprochen gefühlt, weil ich auch schon mehrfach in meinem Blog geschrieben habe, welch zeitraubende, unsinnige und nervige Anfragen ich bekommen habe und was ich nicht mehr haben möchte. Am Anfang ist es sicherlich toll, man möchte niemanden ausgrenzen und allen gegenüber offen sein. Viele verwechseln das aber und wollen an deiner Popularität ohne Gegenleistung teilhaben. Ich bekomme mittlerweile fast täglich e-mail mit irgendwelchen Anfragen, ob ich nicht über den Blog, Seite, Produkt berichten will. Das sind keine netten Anfragen, weil sie oft nicht mal persönlich geschrieben worden sind.
Doch nicht nur das, mit steigender Popularität treten viele Neider auf, die dich mit bösen Kommentaren oder e-mails verfolgen. Noch hält sich bei mir in Grenzen, weiß jetzt aber, warum andere ihre Blogs geschlossen haben.
Es ist schwierig hier das richtige Maß zu finden, denn allen wird man nie gerecht.
Lass deinen Artikel so stehen, wachse mit deinem Blog, vielleicht siehst du es in einem Jahr oder mehr etwas anders, wenn du mit steigender Bekanntheit immer mehr Leute anziehst. Nicht jeder ist nett zu dir!
Ich bin auf meine Erfahrungen damit auch gespannt. Neider gibt es leider überall. Ich glaube, man kann sehr viel darüber schreiben, was man nicht mit dem Blog erreichen möchte, aber die unbequemen Dinge bleiben trotzdem nicht aus. Es wird eh nicht verstanden. Wozu also aufregen? Wer weiß wozu es gut ist.