Sebastian Dennstedt
Sebastian habe ich über mein Studium kennengelernt. Ich kann nicht behaupten, ihn im ersten Semester sonderlich gemocht zu haben, was aber hauptsächlich an mir lag. Heute erinnert mich dieser Fakt immer daran, nicht oberflächlich zu sein und die Menschen zunächst kennenzulernen. Ich hab einige Male mit ihm zusammengearbeitet und als Kollegen sehr schätzen gelernt. Wir sind auch Freunde geworden und so weiß ich, dass ich mit ihm jemanden befragen kann, der auch noch nicht angekommen ist und gerade ein neues Kapitel aufschlägt.
Was ist dein Schaffen?
Für die nächsten Monate erst einmal für Aperto in Berlin arbeiten. Darauf freue ich mich sehr, ist es doch für mich eine neue Erfahrung, auf deren Suche ich jederzeit bin. Erfahrungen und Erlebnisse sind die Grundbausteine meines kreativen Denkens und Arbeitens. Vor allem in meiner Musik spielen sie eine große Rolle.
Was wirst du tun?
Mich in Zukunft noch intensiver mit meiner Musik beschäftigen. Neue Engagements finden, Menschen kennenlernen und mich auf dem Markt profilieren. Musiker zu sein gibt mir etwas besonderes, was in der Art nichts anderes kann.

Warum tust du das?
Eine Frage, die ich mir selbst sehr oft stelle. Doch letztendlich ist die Antwort darauf so klar und einfach, dass ich es oft selbst nicht wahr haben mag. Es macht mir Spaß.
Es gibt mir das, was mir kein anderer Job geben kann. Kreativität, Abwechslung, Leidenschaft. Alles das vereint sich, wenn ich auf der Bühne stehe. Zu fühlen, wie das Publikum durchdreht, wenn ein bestimmter Track läuft, ist atemberaubend!
Wie hast du dich gestern gesehen?
Starr, im Stillstand und überholt. Ich habe begriffen, dass man nicht aufhören darf, an sich selbst zu arbeiten. Nur das bringt einen weiter. Wenn ich einen neuen Remix spiele und die Reaktionen darauf großartig sind, dann ist das nur ein neuer Schritt in die richtige Richtung und nicht das Ziel. Stillstand ist der erste Weg in die falsche Richtung.
Was beeinflusst dein Tun?
Erfahrungen, die ich täglich sammle. Sehr viel Inspiration und neue Ideen habe ich aus New York mitgebracht. Auch wenn ich nicht lange da war, war das ein prägendes Erlebnis. Im Alltag sind es oft die kleinen Dinge. Plötzlich habe ich Ideen und stelle mir diese bildlich vor. Ein Prozess, an dessen Ende ein neuer Remix oder Mashup steht. Diese kleinen Erfolge sind es aber, die mich Motivieren immer wieder Neues zu versuchen und nicht stehen zu bleiben.
Warum machst du nicht etwas anderes?
Ich langweile mich sehr schnell. Die Musik jedoch hält beinahe täglich Neues für mich parat. Sei es eine Melodie, Vocals oder etwas, an das ich im Moment noch gar nicht denke. Sicher, aus mir hätte auch ein halbwegs passabler Grafiker oder Fotograf werden können, doch Musik hat für mich etwas magisches, an dem ich gerne teilhaben möchte.
Wann beginnt für dich Scheitern?
Wenn ich realisiere, dass ich ein Ziel, das ich mir selbst gestellt habe, nicht erreichbar ist. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein, doch ist es immer ein Schritt zurück. Meist motiviert es mich jedoch beim nächsten Mal alles besser zu machen.
Wo bist du gescheitert?
An meinen eigenen Ansprüchen. Dennoch ist das für mich kein Grund, diese niedriger anzusetzen.
Man scheitert oftmals nur, weil man nicht hundertprozentig hinter einer Sache steht. Deshalb wähle ich mit Bedacht, was ich tue und was nicht.
Wer bist du danach geworden?
Eigentlich bin ich der Gleiche wie vorher, nur um eine Erfahrung reicher.
Welche Hürde siehst du in deiner Zukunft?
Über meinen eigenen Schatten zu springen. Die Initiative zu ergreifen und das zu schaffen, was ich vorhabe. Auf der Bühne zu stehen und Musik mit dem Publikum zu teilen.
Wenn du sie überwindest, bist du…?
Hoffentlich am Anfang einer Entwicklung, in der ich zeigen kann, welches Potenzial in mir steckt. Die mich anspornt an mir zu arbeiten, besser zu werden und mich an Orte bringt, an die ich jetzt nicht nicht einmal zu denken vermag.
Welche Rolle spielt Berlin bei all dem?
Berlin ist in Deutschland, neben Frankfurt und dem Ruhrgebiet, das Zentrum für Electronic Dance Music. Es ist ein Ort, der es mir ermöglicht, mich zu zeigen und zu profilieren. Die Club-Szene ist vielfältig und um den Durchbruch zu schaffen, muss man aus der Masse hervorstechen. Dennoch bietet die Hauptstadt Möglichkeiten, die man so schnell nicht noch einmal findet. Nutzen muss ich dieses Angebot jedoch selbst.
Nenne noch 3 Songs, die deine Person am ehesten zusammenfassen.
Fedde Le Grand vs. Fatboy Slim vs. Yeah Yeah Yeahs — Praise Before Your Heads Will Roll (PTSN Bootleg)
http://soundcloud.com/ptsn/pbyhwr_ptsn
Super8&Tab — Elektra (Original Mix)
http://www.youtube.com/watch?v=4UydnTs-z_4
Swedish House Mafia — One your Name feat. Pharrel Williams (Extended Version)
http://www.youtube.com/watch?v=UxuEl8qkErs
Haben wir wieder was gelernt! Danke Sebastian, für das Interview!



[…] für den letzten Lomography-Hipster-hilf-dir-selbst-Guide, war mein guter Freund PTSN. Seines Zeichens plattenschubsender Wahlberliner, will er natürlich bei […]