Rebecca Ruetten aka Becky Fuchs
Thangi hatte sie schon vorgestellt und ich interessierte mich danach noch mehr für dieses Mädchen da oben im Norden. Eigentlich kommt sie aus Köln und studiert nur so eine fancy kreative Scheiße in Hamburg. Trotzdem scheint sie mir prima in diese teure, raue und zynische Stadt zu passen. Diese Stadt, die mich noch nicht begeistern konnte, der ich aber dennoch eine weitere Chance geben werde. Zum Beispiel um mich im Umfeld von Becky Fuchs aufzuhalten und ein wenig von dem mitzunehmen, was sie anzuziehen scheint — Jugendkultur!
Wenn du sagen müsstest, welchen Weg du gegangen bist, wäre das welcher?
Naja, nicht immer den leichtesten, aber alles, was einen nicht umbringt, macht einen hart. Irgendwann habe ich mal angefangen, meine Fäuste zu heben und ihnen den Krieg zu erklären. Hauptsache nicht bereuen und allen das Gegenteil beweisen… dafür tue ich viel.
Was ist dein Schaffen?
Irgendwas zwischen gut und gut gemeint. Ich mache Fotos für mich und für andere. Eben klar kommen und Geschichten erzählen.
Wie hast du dich gestern gesehen?
Nicht anders als heute, man wird zwar älter und lernt aus Fehlern, bleibt aber trotzdem immer die Tochter, die Schwester, die Freundin.
Was beeinflusst dein Tun?
Karma, Schicksal, Tee, Kaffee, Leben, Sterben, Menschen, Beziehungen, Stimmungen, Umgebung, Licht, Werkzeug, Zeit, Umstände, schlechte und gute Musik, Situationen, Möglichkeiten, Umfeld und so was.
Warum machst du nicht etwas anderes?
Das wäre jetzt grade in diesem Moment, also am 28.02.2012 um 00.18 nicht richtig.Ich habe ewig versucht etwas anderes zu machen, aber irgendwann kommt auch eben einmal der Zeitpunkt, an dem man sich Eingeständnisse machen muss.Klar ist das alles ein hartes Business — aber wie schlimm wäre es bitte, es nie versucht zu haben? So lange es mich glücklich, macht ist es der richtige Weg.
Welche Rolle spielt dein Studium bei all dem?
Ich studiere Kommunikationsdesign in Hamburg und habe dort mit unglaublich tollen Menschen zutun. Das Studium bietet mir unendlich viele Möglichkeiten, das zu lernen, was ich schon immer lernen wollte!
Welche Hürde siehst du in deiner Zukunft?
Jeder Idiot mit einer Kamera denkt, er wäre Fotograf und macht Kunst. Dadurch verliert alles irgendwie an Wert. Fotografie wird in meinen Augen heutzutage meist nur durch einen Hungerlohn gewürdigt. Menschen sehen immer weniger ein, für die Dienstleistung zu bezahlen oder verstehen nicht wie viel Arbeit das alles macht. In der Realität braucht man Ellbogen-Romantik und einen Haufen Glück.
Gibt es etwas, das du vermutlich nie machen wirst?
Bestimmt! Aber ich gebe mir größte Mühe alles einmal getan zu haben, bevor es vorbei ist und man gar nichts mehr tun kann.
Wann beginnt für dich Scheitern?
Sobald man aufhört, ehrlich zu sein, mit sich und mit den anderen. Dann läuft etwas nicht mehr richtig.
Was vermisst du am meisten in deinem Leben?
Ich vermisse allgemein manchmal ein bisschen mehr Menschlichkeit im Leben.
Wäre dein Leben durch Songs zu beschreiben, welche wären es?
1. Tagtraum — Balsam
2. Beginner — Nie Nett
3. Amewu — Universelle
4. Tocotronic — Pure Vernunft darf niemals siegen
5. Muff Potter — Fotoautomat
6. Cake — I will survive
Danke für das Interview, Rebecca! Alle andere: LOVE HER!









