Ihr schwitzt euch gegenseitig in Bussen, U– und S-Bahnen an, während ich lieber die entspannte Variante wähle und die Stadt zu Fuß durchquere. Schließlich ist Sommer, da gehst du kein Risiko ein in Hektik zu verfallen. Überhaupt nehmen wir das ganze hier doch mal besser mehr als locker. Wenn mir deine Welt nicht gefällt, bleib ich halt in meiner und hüpf noch drei mal in die Luft. Ich hab mir also vorhin gute Laune geballert und bin durch die Stadt gegangen. Aachen typische Mensch, waren typischerweise wieder in Aachen Downtown unterwegs und ich habe sie fotografiert, angelächelt und bin weitergegangen. Gab schon sinnlosere Tage hier, im Outback. Ach übrigens, ich vermisse die gut gelaunten authentischen Ostdeutschen, wenn ich Fassbinders Gebrabbel anhöre. Aachen, sei doch mal mehr Leipzig.
Read MoreDas man fette Tiere in Menschenmassen besser trägt, lernte ich heute. Was ich auch noch lernte ist, Mittelaltermarkt kann Mittelaltermarkt heißen, aber muss damit nichts zu tun haben. Außerdem ist es ok, wenn man Holzschnitzer ist und eine Passion für nicht gerechtfertigt große Titten hat. Völlig in Ordnung ist es außerdem, große Mengen Mäuse auszustellen und das als einzigartige Attraktion in Europa zu betiteln. Die besten Stände habe die Kinder, die ihre alten Spielsachen verkaufen. Mit ihnen um den Preis zu falschen und sich vorzustellen, wie sie später das gleiche Spielzeug für Unsummen von einem Sammler zurückkaufen werden, um einen Teil ihrer Managerseele zu retten, ist durchaus erquickend. Absinth kauft keiner und die alte Frau, die aus der Hand liest lügt. Eigentlich hat sie einen Handfetisch und verliebt sich alle 5 Minuten neu. Wer sich einsam fühlt, Mitte 40 ist und auf Händegrabschen steht, fährt heute nach Kornelimünster.

Jeden Abend ne Milf aber keine einzige Flasche verkauft. Das Leben eines Absinthverkäufers ist sehr romantisch.

Kinder haben genauso ein gutes Gespür für Gefahren, wie Rassekaninchen. Die Eltern wirken oft verständnislos.

Vielleicht hat sie dieses Tier gerade gestolen, vielleicht ist es auch die Liebe ihres Lebens. Wer weiß das schon? Nennen wir sie einfach Lydia.
Werkstatt, Köln, gestern Abend! Ein Gemetzel der Freude! Ich hab den Rock’n’Roll getroffen! Rock’n’Roll in Form von mexanischen Wrestlern, hervorragender Musiker und einem Moderator, wie Peter Klöppel gerne einer wäre. The Weird Wrestling Circus trat auf und ich lernte Friedrich Killer und Goethes Faust kennen. Chronoman drehte die Zeit zurück und Bolle And The Very Good Lookin’ Boys spielten ein hervorragendes Konzert. Menschen fielen mir entgegen, Bierduschen trafen nicht nur die Kamera, sonder vor allem auch mich. Der UV-Filter ist immer noch voller ‘Fake Blood’ und nach der Show ließ ich die Kamera fallen. Kratzer, sonst nichts. Für mehr Rock’n’Roll! Es war mir ein Schlachtfest!
Read MoreIch habe etwas gelernt. Das ist gut. Ich möchte das gerne teilen. Vielleicht hilft es, vielleicht versteht mich so mancher in der nächsten Zeit besser. Alles ist in Bewegung. Du. Ich. Wir nähern uns an. Ständig. Solange bis ein vorher nicht definierter Punkt überschritten wurde und sich die Distanz wieder vergrößert. Manchmal schwingt alles wieder um, manchmal nicht. Ich weiß, wie wichtig mir der eine oder andere Moment ist. Ich weiß es manchmal sofort und manchmal erst später. Was ich auch noch weiß ist, dass ich fotografiere und ich tue das genau deswegen. Ich suche nach diesen Moment und ich halte sie mir fest. Die Fotos sind mir Erinnerung und Manifest zugleich. Ein Manifest das sagt: Du bist mir wichtig. Eine Erklärung an die Welt quasi. Ich möchte sagen: “Jetzt gerade bist du gut!” Ich möchte das mir sagen, aber viel mehr noch dir. Dir, einem Freund und auch dir, einem Fremden. Ich habe einige dieser Fotos zusammengetragen. Mir schien es legitim die Serie nach dem zu benennen, was mich so sehr antreibt. This must be the place.
Read MoreFeuer ist warm, unglaublich nützlich und manchmal ebenso unglaublich gefährlich. Irgendwann einmal trommelte einer unserer Vorvorvor…vorfahren auf seine Brust und stieß dabei Laute aus, die in etwa “Ich habe Feuer gemacht.” bedeutet haben. Jetzt war die Menschheit nicht mehr aufzuhalten. Der Schritt zur Atombombe musste nur noch gegangen werden und der T-Rex, wenn auch schon längst wegen seiner kleinen Arme ausgestorben, durfte sich mal gepflegt ficken. Feuer wird seither oft und gerne vom Menschen benutzt. Wir garen unsere Unmengen Fleisch und zerkochen unser Gemüse. Wir heizen unsere Wohnräume und schmeißen Napalm auf Waldstücke, weil da ja vielleicht irgendwo einer unserer Feinde mit einem kleinen Gewehr stehen könnte. Feuer ist schon was tolles. Ich scherze oft darüber, dass sich ein wütender Mob, mit Fakeln und Mistgabeln aufmacht, um das Monster, was oben im Schloss lebt, zu töten. Das ist meine urbane Überheblichkeit.
Ich begleitete gestern eine Horde Dorfbewohner. Sie trugen Fakeln und gingen einen Hügel hinauf. Ob es in dem Ort ein Schloss gab, weiß ich nicht. Ein Monster sah ich auch nicht. Stattdessen zeigt mir dieses Dorf, dass es noch so etwas wie Gemeinschaften gibt. Gemeinschaften, die weit über den örtlichen Schützenverein, oder die NPD Ortsgruppe hinausgehen und etwas völlig gegensätzliches sind. Hier beging man eine Tradition und es gab Menschen, die sich dieser Tradition angenommen haben, nur um die Gemeinschaft zu fördern. Mag sein, dass heute wieder alle neidisch, auf den neuen Firmenwagen, des Nachbarn schauen, bevor sie ihre Gardine zuziehen. Ich habe jedoch schon sehr lange nichts mehr erlebt, das so gut funktioniert hat.
Read MoreDa wo Würste von Ross angeboten werden und Hähnchenbratereien neben dem Streichelzoo stehen. Da wo die verhaltensorginelle Ziege ein Alpaca besteigen möchte und scheitert. Da wo Gehhilfen ähnlich Einsatz finden, wie Schlagstöcke auf G8 Gipfeln, da ist Weihnachtsmarkt. Wer alt genug ist betrinkt sich. Wer zu jung ist, quengelt und schreit. Alte nörgeln und schauen gespannt der Ziege zu. Insgesamt ist es kalt, überfüllt und fettig. Die Meterwurst schmeckt nicht und die handgearbeiteten Kerzenbögen sind etwas schief. Wäre alles im Sommer würde es Schützenfest heißen. Nur das Schmalzgebäck ergibt einen Sinn. Trotzdem wünscht man sich eine Brandrodung des “Wäldchens”, für das eigens ein paar Nadelbäume gefällt wurden und die letzten Tage ihres Lebens, in der Fussgängerzone einer mittelwestdeutschen Kleinstadt, am Westharzrand verbringen müssen.
Read MoreEs wird der Tag kommen, da schreibt man wieder Postkarten. Nicht weil man es muss, nicht weil es die einzige Möglichkeit ist, ein paar seelenlose Grüße aus dem Urlaub an all jene zu schicken, die man die 2 Wochen auf Malle, ein bisschen weniger verflucht, als sonst. Es wird cool sein, es wird hip und total fancy sein, Postkarten zu verschicken. Gehe ich von dem aus, was der Durchschnittshipster heute so alles mag, dann könnte ich mit den Schnappschüssen vom späten Sonntagnachmittag gut vorbereitet sein und brauche nicht, wie der Rest von euch, panisch auf diesen nächsten Hype warten. Wir haben Tilt-Shift (sponsert by Medieninformatik at Hochschule Harz), Natur, melancholische Einsamkeit und Ruhe, wie man sie in der urbanen Welt nicht mehr kennt, fancy retro-look, den ihr euch ab jetzt für das nächsten Instagram Update wünscht und Delfine, denn eigentlich ist das hier schon wieder ein Gewinnspiel und ihr müsst sie suchen.
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