
Ich finde, ihr könnte mir ruhig mal was schenken. So wie es der Marcus vor einige Zeit tat. Danke an dieser Stelle nochmals für 2 Hände voller Rollfilme. Ich stelle mir das so vor, wer Lust hat, schickt mir einen 35mm-Film (bevorzugt SW) und markiert ihn mit seinem Namen. Wenn ich den Film voll habe, zeige ich alle Bilder des Films hier und der gütige Mensch, der ihn mir geschenkt hat, darf sich ein Bild als großformatigen Print aussuchen. Deal? Adresse findet ihr im Impressum.
Ich hab diesen wirklich bitteren Punkt erreicht, wo man sich selbst fragt, was denn geschehen ist und ob das denn noch alles wahr sein kann, was passiert. Das ist alles etwas, dass ich hier nicht thematisieren möchte. Jedoch bringt es einiges an Veränderung mit. Veränderung in meinem Denken und ich meinem Verhalten. Ich möchte an dieser Stelle einen klaren ‘Cut’ ziehen. Ich möchte mich mehr auf das Tun konzentrieren und weniger auf das Schreiben über dieses Tun. Ich möchte nicht mehr länger haufenweise Inhalte produzieren und zeigen. Ich will keine psydo-coolen Texte mehr. Stattdessen möchte ich voran kommen und eben die Dinge machen, die ich machen möchte und die ich mit Stolz präsentiere. Likes und Page Impressions sollen mich nur noch in der Agency interessieren, nicht aber mehr hier. Über all dem, was man hier sieht, steht mein Name und ich will dafür Sorge tragen, dass der Fremde, wie du Leser es eigentlich bist, mich kennenlernen kann, wenn er möchte, aber dann so, wie ich bin und nicht, wie es ein Konzeptgedanke verlangen würde. Wenn ihr gute Texte und Wörter aus meinem Hirn lesen wollt, schaut euch “This must be the place” an. Wenn ihr mich liken oder anstupsen wollt, geht zu Facebook. Monsterposts gibt es fortan hier nicht mehr. Ich werde reduzieren und mehr für mich behalten. Technik, vergesst es! Musik, ja aber dann nicht hier, sondern dort und jetzt gehe ich raus, werde mich mit Fremden unterhalten und ein paar Fotos machen. Tschüss, Internet.
Read MoreFussball, immer dieser Fussball. Überall ist Fussball. König Fussball, warum nicht Kaiser Fussball? Was soll das überhaupt mit diesem Fussball? Ich meine, warum nicht Wasserball? Es muss Fussball sein. Im Stadion rottet man sich zusammen. Vor dem Fernseher rottet man sich zusammen — ich betone MANN. Dieser männliche Fussball. Herrje, ist Wasserball den nicht männlich? Ich habe kleine Hände, ich kann Wasserball nicht gut spielen. Wie männlich muss dann bitte Wasserball sein? Fussball, FUSSball… Füße hat jeder. Das geht auch mit kleinen Füßen. Einen Baum fällen, geht prima mit großen Händen, aber halt mal mit kleinen, witzig kleinen Händen eine Axt und fälle den riesigen Baum. Kleine Füße — kein Problem. Dann dieses Trikottauschen. Ich dachte, dass machen die immer für die Frauen, aber da schauen doch nur Männer zu. Ja, ja… alles sehr männlich. Ich schaue kein Fussball. Ich schaue auch kein Wasserball. (Hätte ich größere Hände, würde ich Wasserball schauen.) Aber immer wieder dieses Fussball. Religion! Dein Verein! Ich fuhr gestern einen Polo in der Schalke Edition. Überall ist dieser Fussball. Ich habe keinen Verein. Früher dachte ich, Fussball musst du nicht mögen. Nur Opa mag Fussball und der ist alt. Fussball kannst du immer noch mögen, wenn du alt bist. Fussball, du wunderbar runde Ballsportart für Männer, du bist überall. Selbst bei mir bist du, ja du Fussball. Denn ich kenne 2⁄3 hinter Flatterball. Den Herren W., der kann dir alles über Fussball erzählen und so gar erklären, warum Menschen, ja auch Frauen, Fussball mögen. Der Herr K., der ist neu bei Flatterball und überhaupt, ist bei Flatterball ganz viel neu. Sinnvolle funktionen, ein neues Antlitz und überhaupt geht die Nummer jetzt durch die Decke. Ich mag Herrn K. und ich mag Herren W. Darum mag ich Flatterball, und darum mag ich Fussball. Flatterball ist mein Verein.
Read MoreIch sitze hier an meinem Schreibtisch und die Dinge, die ich heute tun werde, werden vermutlich kaum Einfluss auf die Menschheit haben. So war der Plan. Der Plan hat sich gerade geändert! Der Felix teilte auf Facebook ein Video und verlor wenige, aber sehr eindeutige Worte, die mich dazu bewegten dieses Video anzusehen. Sehr schnell war klar, ich unterbreche meine Arbeit, kürze lieber eine Mittagspause, oder bleibe länger und schaue diesen Film zu Ende. Bald stellte sich ein unglaubliches Gefühl von Betroffenheit ein, ein Gefühl von Beklemmung und Wut. Wissentlich den Tag hier im Büro zu verbringen, Dinge zu tun, die kaum etwas an dem ändern, was ich gerade sah, überhaupt kaum einen Einfluss auf irgendwas haben würde, was nötig wäre, dringend geändert zu werden, ist ein fürchterliches Gefühl. Zur Hälfte des Film, wäre ich bereit gewesen sofort zu kündigen, mit meiner Kamera los zu ziehen, um zu versuchen, irgendetwas zu ändern. Der Gedanke ist nicht so neu das, was ich am besten kann, für etwas wirklich wichtiges einzusetzen. Ich fühlte mich dazu verpflichtet. Ich schaute weiter und war nur noch beeindruckt.
Da draußen sind gute Menschen. Sie arbeiten zusammen, nutzen alle Möglichkeiten und sind dabei schlau, erfolgreich und auf einem guten Weg. Irgendwo ist diese Wissen darum etwas beruhigend, jedoch nicht so, dass ich mich zurück lehnen möchte. Eher scheint es dieser Tage wirklich möglich zumindest einige schreckliche Dinge von diesem Planeten zu verbannen. Trotzdem, das Gefühl bleibt. Es war immer da. Ich werde mich mit dem Thema auseinandersetzen, es recherchieren und die Entwicklungen weiter verfolgen. Ich weiß um die Macht der Bilder. Ich traue ihnen nicht immer, oder anders gesagt, ich weiß, dass es immer auch eine Schattenseite gibt. Das ein Stückchen Film eine solche extreme Gefühlsbandbreite bei mir auslösen kann, stimmt mich etwas alarmiert. Dennoch glaube ich, dass dort etwas gutes vor sich geht und ich das unterstützen möchte.
Read MoreFrüher war alles besser! Früher hörten wir Platten, früher war fotografischer Film, früher ist Old School! Ich bin purist. Ich brauch nicht viel, aber ich bin ein Genießer. Die Dinge haben einen Wert und ich nehme mir Zeit für die Dinge. Entschleunigung! Mal das Bein aus dem Bett hängen lassen und die Rotation des eignen Globus bremsen. Hallo Wochenende, hallo Frühstück, hallo Kochen, hallo ihr kleinen banalen Dinge! Platten hören, Filme entwickeln, alles im eigenen Tempo. Ich höre mich auch mal durch Old School Hip Hop und stelle fest, hier passt das Tempo gerade sehr zu meinem. Ich geh mal das Bad putzen. Pow, pow, pow!
Read MoreIch habe gestern Abend eine nicht gerechtfertigt große Menge Bilder in mein Portfolio gepresst. Der Grund dafür ist eigentlich der Wunsch nach einem ruhigen Abend auf der Couch. Während ich ein paar Platten hören wollte, sollte auch endlich das letzte Jahr aufgearbeitet werden. Diese Aktion hatte ich schon in den Weihnachtstagen begonnen und natürlich bin ich damals, ebenso gestern, nicht damit fertig geworden.
Während da also meine neue Shins-Platte Kissing the lipless dudelt, kommt mir eine Frage ins Hirn geschossen. Ich beginne plötzlich den Sinn des ganzen zu hinterfragen. Wozu brauche ich ein Portfolio, wenn ich gar nicht als Fotograf arbeite? Warum gebe ich mir nicht mehr Mühe dabei, denn 79 Bilder zu einem Thema braucht kein Mensch? Das muss man doch noch besser zusammenraffen. Ab diesem Punkt wurde es in meinem Kopf dunkel und die gedankliche Zeitreise begann. Ich wusste mit 4, dass der Blauwal das größte Säugetier dieses Planetens ist, was für manchen dümmeren Erwachsenen erstaunlich zu sein schien. In der Grundschule wusste ich mehr über Dinosaurier, als die Lehrerin, der ein unglaublicher Fehler unterlaufen war. Sie bezeichnete einen Allosaurus als T-Rex. Also bitte schön, so kommen Kinder auf die schiefe Bahn!
Das sind so zwei wesentliche Ereignisse, die mir gezeigt haben, dass Erwachsene sich freuen, wenn man irgendwie mehr kann, mehr weiß, oder sonst irgendwie besonders ist. Wenn Erwachsene sich freuen, bedeutet das oft SPIELZEUG! So brachte die Gesellschaft mir bei, es ist gut, etwas besonderes zu sein. Nun ist es nicht schwer, wenn du in einer Klasse sitzt, wo mindestens ein Kind alle 3 Minuten unter den Tisch klettert, um ins Malbuch zu beißen. Wenn man aber in einer gut vernetzten Welt von Heute lebt, eine die uns allen ADHS mit der Mikrowellen erwärmten Muttermilch einprügelt, dann ist das alles nicht mehr so einfach, mit dem besonders sein. Wir kaufen uns iPhones, iPads, oder Galaxy irgendwas Pads, damit wir auch wirklich zu den Einzigartigen gehören. Wir fotografieren mit der Diana F+, oder um noch besonderer zu sein mit der Leica M6/9. Wir werden vegan und suchen uns Wohnungen mit Parkett und hohen Decken mit Stuck. Unser BMX tauschen wir gegen alte Rennräder und von der Agentur fahren wir mit dem Longboard heim. Bankkauffrau zu sein genügt nämlich nicht mehr, denn die Sparkassenfiliale ist eben nicht Jung von Matt. Arbeitgeber werben nicht mehr nur mit Geld und guten Arbeitsbedingungen, sondern mit Lifestyle. Mal ehrlich, wer würde nicht gerne bei DOJO Fucking Yeah anheuern, einfach nur um mal in diesem bunten Haufen wahnsinniger gesteckt zu haben? Man würde sich doch etwas besser fühlen. Besser, wenn man mit alten Bekannten und auch guten Freunden spricht. Besser, wenn man morgens aufwacht. Besser, wenn man den iMac in der Agentur anschaltet und dieses einprägsame Doooooong ertönt. Jetzt soll das nicht schon wieder eine zynische Kritik an dem sein, was wir alle tun, sondern nur der Versuch, überhaupt einmal zu ergründen, warum wir diese Ding eigentlich alle tun. Auch wenn ich mich erst einmal ertappt gefühlt habe, ist es nichts wirklich negatives, etwas besonderes hervorbringen zu wollen. Vielleicht sollte man es zielgerichteter tun und einen besseren Grund als “Mami, sieh doch nur, ich habe ein Bild gemalt!” zu haben. Und irgendwie ist dies hier auch gerade nichts anderes als, eben genau das. Schaut doch nur, wie klug ich bin! Ich habe die Gesellschaft durchschaut. Ich werdet mich nicht bekommen! Niemals, Tschüss ihr Spinner! Sie haben mich längst.

