— André Duhme / Snapshots, yo.

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Hirn

Scan 120709 0004 Schenkt mir Filme.
Ich finde, ihr könnte mir ruhig mal was schen­ken. So wie es der Mar­cus vor einige Zeit tat. Danke an die­ser Stelle noch­mals für 2 Hände vol­ler Roll­filme. Ich stelle mir das so vor, wer Lust hat, schickt mir einen 35mm-​Film (bevor­zugt SW) und mar­kiert ihn mit sei­nem Namen. Wenn ich den Film voll habe, zeige ich alle Bil­der des Films hier und der gütige Mensch, der ihn mir geschenkt hat, darf sich ein Bild als groß­for­ma­ti­gen Print aus­su­chen. Deal? Adresse fin­det ihr im Impres­sum.

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Ich hab die­sen wirk­lich bit­te­ren Punkt erreicht, wo man sich selbst fragt, was denn gesche­hen ist und ob das denn noch alles wahr sein kann, was pas­siert. Das ist alles etwas, dass ich hier nicht the­ma­ti­sie­ren möchte. Jedoch bringt es eini­ges an Ver­än­de­rung mit. Ver­än­de­rung in mei­nem Den­ken und ich mei­nem Ver­hal­ten. Ich möchte an die­ser Stelle einen kla­ren ‘Cut’ zie­hen. Ich möchte mich mehr auf das Tun kon­zen­trie­ren und weni­ger auf das Schrei­ben über die­ses Tun. Ich möchte nicht mehr län­ger hau­fen­weise Inhalte pro­du­zie­ren und zei­gen. Ich will keine psydo-​coolen Texte mehr. Statt­des­sen möchte ich voran kom­men und eben die Dinge machen, die ich machen möchte und die ich mit Stolz prä­sen­tiere. Likes und Page Impres­si­ons sol­len mich nur noch in der Agency inter­es­sie­ren, nicht aber mehr hier. Über all dem, was man hier sieht, steht mein Name und ich will dafür Sorge tra­gen, dass der Fremde, wie du Leser es eigent­lich bist, mich ken­nen­ler­nen kann, wenn er möchte, aber dann so, wie ich bin und nicht, wie es ein Kon­zept­ge­danke ver­lan­gen würde. Wenn ihr gute Texte und Wör­ter aus mei­nem Hirn lesen wollt, schaut euch “This must be the place” an. Wenn ihr mich liken oder anstup­sen wollt, geht zu Face­book. Mons­ter­posts gibt es fortan hier nicht mehr. Ich werde redu­zie­ren und mehr für mich behal­ten. Tech­nik, ver­gesst es! Musik, ja aber dann nicht hier, son­dern dort und jetzt gehe ich raus, werde mich mit Frem­den unter­hal­ten und ein paar Fotos machen. Tschüss, Internet.

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Fuss­ball, immer die­ser Fuss­ball. Über­all ist Fuss­ball. König Fuss­ball, warum nicht Kai­ser Fuss­ball? Was soll das über­haupt mit die­sem Fuss­ball? Ich meine, warum nicht Was­ser­ball? Es muss Fuss­ball sein. Im Sta­dion rot­tet man sich zusam­men. Vor dem Fern­se­her rot­tet man sich zusam­men — ich betone MANN. Die­ser männ­li­che Fuss­ball. Herrje, ist Was­ser­ball den nicht männ­lich? Ich habe kleine Hände, ich kann Was­ser­ball nicht gut spie­len. Wie männ­lich muss dann bitte Was­ser­ball sein? Fuss­ball, FUSS­ball… Füße hat jeder. Das geht auch mit klei­nen Füßen. Einen Baum fäl­len, geht prima mit gro­ßen Hän­den, aber halt mal mit klei­nen, wit­zig klei­nen Hän­den eine Axt und fälle den rie­si­gen Baum. Kleine Füße — kein Pro­blem. Dann die­ses Tri­kot­tau­schen. Ich dachte, dass machen die immer für die Frauen, aber da schauen doch nur Män­ner zu. Ja, ja… alles sehr männ­lich. Ich schaue kein Fuss­ball. Ich schaue auch kein Was­ser­ball. (Hätte ich grö­ßere Hände, würde ich Was­ser­ball schauen.) Aber immer wie­der die­ses Fuss­ball. Reli­gion! Dein Ver­ein! Ich fuhr ges­tern einen Polo in der Schalke Edi­tion. Über­all ist die­ser Fuss­ball. Ich habe kei­nen Ver­ein. Frü­her dachte ich, Fuss­ball musst du nicht mögen. Nur Opa mag Fuss­ball und der ist alt. Fuss­ball kannst du immer noch mögen, wenn du alt bist. Fuss­ball, du wun­der­bar runde Ball­sport­art für Män­ner, du bist über­all. Selbst bei mir bist du, ja du Fuss­ball. Denn ich kenne 23 hin­ter Flat­ter­ball. Den Her­ren W., der kann dir alles über Fuss­ball erzäh­len und so gar erklä­ren, warum Men­schen, ja auch Frauen, Fuss­ball mögen. Der Herr K., der ist neu bei Flat­ter­ball und über­haupt, ist bei Flat­ter­ball ganz viel neu. Sinn­volle funk­tio­nen, ein neues Ant­litz und über­haupt geht die Num­mer jetzt durch die Decke. Ich mag Herrn K. und ich mag Her­ren W. Darum mag ich Flat­ter­ball, und darum mag ich Fuss­ball. Flat­ter­ball ist mein Ver­ein.

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Scan 120316 0036 FUCK.

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Ich sitze hier an mei­nem Schreib­tisch und die Dinge, die ich heute tun werde, wer­den ver­mut­lich kaum Ein­fluss auf die Mensch­heit haben. So war der Plan. Der Plan hat sich gerade geän­dert! Der Felix teilte auf Face­book ein Video und ver­lor wenige, aber sehr ein­deu­tige Worte, die mich dazu beweg­ten die­ses Video anzu­se­hen. Sehr schnell war klar, ich unter­bre­che meine Arbeit, kürze lie­ber eine Mit­tags­pause, oder bleibe län­ger und schaue die­sen Film zu Ende. Bald stellte sich ein unglaub­li­ches Gefühl von Betrof­fen­heit ein, ein Gefühl von Beklem­mung und Wut. Wis­sent­lich den Tag hier im Büro zu ver­brin­gen, Dinge zu tun, die kaum etwas an dem ändern, was ich gerade sah, über­haupt kaum einen Ein­fluss auf irgend­was haben würde, was nötig wäre, drin­gend geän­dert zu wer­den, ist ein fürch­ter­li­ches Gefühl. Zur Hälfte des Film, wäre ich bereit gewe­sen sofort zu kün­di­gen, mit mei­ner Kamera los zu zie­hen, um zu ver­su­chen, irgend­et­was zu ändern. Der Gedanke ist nicht so neu das, was ich am bes­ten kann, für etwas wirk­lich wich­ti­ges ein­zu­set­zen. Ich fühlte mich dazu ver­pflich­tet. Ich schaute wei­ter und war nur noch beeindruckt.

Da drau­ßen sind gute Men­schen. Sie arbei­ten zusam­men, nut­zen alle Mög­lich­kei­ten und sind dabei schlau, erfolg­reich und auf einem guten Weg. Irgendwo ist diese Wis­sen darum etwas beru­hi­gend, jedoch nicht so, dass ich mich zurück leh­nen möchte. Eher scheint es die­ser Tage wirk­lich mög­lich zumin­dest einige schreck­li­che Dinge von die­sem Pla­ne­ten zu ver­ban­nen. Trotz­dem, das Gefühl bleibt. Es war immer da. Ich werde mich mit dem Thema aus­ein­an­der­set­zen, es recher­chie­ren und die Ent­wick­lun­gen wei­ter ver­fol­gen. Ich weiß um die Macht der Bil­der. Ich traue ihnen nicht immer, oder anders gesagt, ich weiß, dass es immer auch eine Schat­ten­seite gibt. Das ein Stück­chen Film eine sol­che extreme Gefühls­band­breite bei mir aus­lö­sen kann, stimmt mich etwas alar­miert. Den­noch glaube ich, dass dort etwas gutes vor sich geht und ich das unter­stüt­zen möchte.

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Frü­her war alles bes­ser! Frü­her hör­ten wir Plat­ten, frü­her war foto­gra­fi­scher Film, frü­her ist Old School! Ich bin purist. Ich brauch nicht viel, aber ich bin ein Genie­ßer. Die Dinge haben einen Wert und ich nehme mir Zeit für die Dinge. Ent­schleu­ni­gung! Mal das Bein aus dem Bett hän­gen las­sen und die Rota­tion des eig­nen Glo­bus brem­sen. Hallo Wochen­ende, hallo Früh­stück, hallo Kochen, hallo ihr klei­nen bana­len Dinge! Plat­ten hören, Filme ent­wi­ckeln, alles im eige­nen Tempo. Ich höre mich auch mal durch Old School Hip Hop und stelle fest, hier passt das Tempo gerade sehr zu mei­nem. Ich geh mal das Bad put­zen. Pow, pow, pow!

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 Attention whore

Ich habe ges­tern Abend eine nicht gerecht­fer­tigt große Menge Bil­der in mein Port­fo­lio gepresst. Der Grund dafür ist eigent­lich der Wunsch nach einem ruhi­gen Abend auf der Couch. Wäh­rend ich ein paar Plat­ten hören wollte, sollte auch end­lich das letzte Jahr auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Diese Aktion hatte ich schon in den Weih­nachts­ta­gen begon­nen und natür­lich bin ich damals, ebenso ges­tern, nicht damit fer­tig gewor­den.
Wäh­rend da also meine neue Shins-​Platte Kis­sing the lipless dudelt, kommt mir eine Frage ins Hirn geschos­sen. Ich beginne plötz­lich den Sinn des gan­zen zu hin­ter­fra­gen. Wozu brau­che ich ein Port­fo­lio, wenn ich gar nicht als Foto­graf arbeite? Warum gebe ich mir nicht mehr Mühe dabei, denn 79 Bil­der zu einem Thema braucht kein Mensch? Das muss man doch noch bes­ser zusam­men­raf­fen. Ab die­sem Punkt wurde es in mei­nem Kopf dun­kel und die gedank­li­che Zeit­reise begann. Ich wusste mit 4, dass der Blau­wal das größte Säu­ge­tier die­ses Pla­ne­tens ist, was für man­chen düm­me­ren Erwach­se­nen erstaun­lich zu sein schien. In der Grund­schule wusste ich mehr über Dino­sau­rier, als die Leh­re­rin, der ein unglaub­li­cher Feh­ler unter­lau­fen war. Sie bezeich­nete einen Allo­sau­rus als T-​Rex. Also bitte schön, so kom­men Kin­der auf die schiefe Bahn!
Das sind so zwei wesent­li­che Ereig­nisse, die mir gezeigt haben, dass Erwach­sene sich freuen, wenn man irgend­wie mehr kann, mehr weiß, oder sonst irgend­wie beson­ders ist. Wenn Erwach­sene sich freuen, bedeu­tet das oft SPIEL­ZEUG! So brachte die Gesell­schaft mir bei, es ist gut, etwas beson­de­res zu sein. Nun ist es nicht schwer, wenn du in einer Klasse sitzt, wo min­des­tens ein Kind alle 3 Minu­ten unter den Tisch klet­tert, um ins Mal­buch zu bei­ßen. Wenn man aber in einer gut ver­netz­ten Welt von Heute lebt, eine die uns allen ADHS mit der Mikro­wel­len erwärm­ten Mut­ter­milch ein­prü­gelt, dann ist das alles nicht mehr so ein­fach, mit dem beson­ders sein. Wir kau­fen uns iPho­nes, iPads, oder Galaxy irgend­was Pads, damit wir auch wirk­lich zu den Ein­zig­ar­ti­gen gehö­ren. Wir foto­gra­fie­ren mit der Diana F+, oder um noch beson­de­rer zu sein mit der Leica M6/​9. Wir wer­den vegan und suchen uns Woh­nun­gen mit Par­kett und hohen Decken mit Stuck. Unser BMX tau­schen wir gegen alte Renn­rä­der und von der Agen­tur fah­ren wir mit dem Long­board heim. Bank­kauf­frau zu sein genügt näm­lich nicht mehr, denn die Spar­kas­sen­fi­liale ist eben nicht Jung von Matt. Arbeit­ge­ber wer­ben nicht mehr nur mit Geld und guten Arbeits­be­din­gun­gen, son­dern mit Life­style. Mal ehr­lich, wer würde nicht gerne bei DOJO Fucking Yeah anheu­ern, ein­fach nur um mal in die­sem bun­ten Hau­fen wahn­sin­ni­ger gesteckt zu haben? Man würde sich doch etwas bes­ser füh­len. Bes­ser, wenn man mit alten Bekann­ten und auch guten Freun­den spricht. Bes­ser, wenn man mor­gens auf­wacht. Bes­ser, wenn man den iMac in der Agen­tur anschal­tet und die­ses ein­präg­same Doooooong ertönt. Jetzt soll das nicht schon wie­der eine zyni­sche Kri­tik an dem sein, was wir alle tun, son­dern nur der Ver­such, über­haupt ein­mal zu ergrün­den, warum wir diese Ding eigent­lich alle tun. Auch wenn ich mich erst ein­mal ertappt gefühlt habe, ist es nichts wirk­lich nega­ti­ves, etwas beson­de­res her­vor­brin­gen zu wol­len. Viel­leicht sollte man es ziel­ge­rich­te­ter tun und einen bes­se­ren Grund als “Mami, sieh doch nur, ich habe ein Bild gemalt!” zu haben. Und irgend­wie ist dies hier auch gerade nichts ande­res als, eben genau das. Schaut doch nur, wie klug ich bin! Ich habe die Gesell­schaft durch­schaut. Ich wer­det mich nicht bekom­men! Nie­mals, Tschüss ihr Spin­ner! Sie haben mich längst.

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