Hallo Kodak, wie geht es dir?

Ich hatte ja schon geschrie­ben, das aus Grün­den ges­tern eher einer der mie­se­ren Tage war. Neben dem unglaub­li­chen Nässe am Mor­gen erfuhr ich spä­ter noch, Kodak würde Gläu­bi­ger­schutz bean­tra­gen wol­len. Diese Bot­schaft nahm ich unge­fähr ähnlich gut auf, als sei die Lieb­lings­groß­tante erkrankt. Die Marke wird nicht ein­fach ver­schwin­den, aber es wird sich ver­mut­lich auch eini­ges ändern. Da die ganze Welt digi­tal schreit und ana­lo­ges von man­chem als läs­ti­ger Klotz emp­fun­den wer­den wird, fürchte ich etwas um den foto­gra­fi­schen Film. Ich fürchte um meine Lieb­lings­filme, wollte ich doch mit dem Por­tra und Tri-​X /​TMAX noch einige Jahre arbei­ten. Über­haupt stehe ich gerade erst am Anfang. Mor­gen werde ich zum ers­ten Mal einen Film selbst ent­wi­ckeln. Die Che­mie kommt von Kodak, der Film auch. Ich bereue es schon genug, nie Kodachrome ver­schos­sen zu haben. Auch wenn Kodak nur ein wei­te­res Welt­un­ter­neh­men ist, pro­fit­ori­en­tiert und den Geset­zen der Volks­wirt­schaf­ten unter­wor­fen, steht sehr viel hin­ter die­ser Marke. Kodak hat Foto­gra­fie jedem ermög­licht, war es doch die Kodak-​Box-​Kameras, die aus Kin­dern groß­ar­tige Foto­gra­fen wer­den lie­ßen. Wie viele wich­tige Bil­der sind auf Fil­men die­ser Firma ent­stan­den? Der Ein­fluss ist gigan­tisch. Klar ist das das Erbe und man muss sich um die Zukunft Gedan­ken machen. Ich würde mir aber sehr wün­schen, dass Kodak nicht ein­fach so ver­schwin­det und nicht ein­fach so kei­nen foto­gra­fi­schen Film mehr pro­du­ziert. Ich habe mich doch in den Por­tra und den TMAX so sehr ver­liebt. Brecht mir also bitte nicht das Herz. In dem Sinne, Kodak, wie geht es dir? Wenn du was brauchst, ich dir hel­fen kann, sag es mir. Gute Besserung!



6 Kommentare

  1. Heike wrote:

    Ich scheine wie­der mal zu spät. Schöne Worte. Wieder.

  2. André Duhme wrote:

    Man ist nie zu spät!

  3. Sebastian wrote:

    Geht mir genauso, ich hab erst­mal geschluckt, als ich das gele­sen hab. Dabei fange ich gerade an, trix zu lie­ben -.-
    Hof­fent­lich fin­det sich da eine Lösung, es wäre ein­fach zu schade um ein tol­les Unternehmen.

  4. Hey,
    ich bin hier rein­zu­fäl­lig über nen Link vom Freund rein­ge­stol­pert :) Aber ich stimme dir hier voll und ganz zu! Bin seit ein paar Wochen auch mit einer ana­lo­gen Kamera aus­ge­stat­tet und es wäre echt schade (so toll digi­tal auch ist) wenn es mit Kodak zu Ende geht!

  5. Marc vm wrote:

    Hey, keine Panik Leute ;)

  6. Olaf Wolf wrote:

    Und wie­der geht wahr­schein­lich ein Stück wirk­li­cher Doku­men­ta­ti­ons­ge­schichte lang­sam
    dem quä­lende Ende ent­ge­gen.
    Es stimmt einen wirk­lich trau­rig wenn man ich ich mit dem Ana­log­film auf­g­wach­sen ist und
    durch lang­wie­rige Erfah­rung, also mit einer Sucher­ka­mera, so habe habe ich durch ver­wa­ckelte und unscharfe Bil­der gelernt,
    Zei­ten ein­zu­schät­zen, genauso wie Ent­fer­nun­gen
    um mit einem Mini­mum an Bil­dern das maxi­male her­aus­zu­ho­len. Das sind Eigen­schaf­ten, die ein Digi­tal­fo­to­graf so gut wie nie lernt. dadurch das er bei ent­spre­chen­der Chip­größe hun­derte von Bil­dern machen kann bis das Rich­tige da ist,
    ver­klei­nert nur die Fähig­keit sich aufs Wesent­li­che zu Beschrän­ken. Die Span­nung ist das Bild etwas gewor­den ist wecg, denn man kann es ja sofort auf dem Dis­play sehen. Alleion schon diese Span­nung, einige Tage war­ten um das fer­tige bild zu sehen ist ein Reiz der ana­lo­gen Foto­gra­fie. Ich ahbe mal in der Mail­ab­ger­ti­gung eines Unter­neh­mens de Foto­in­dus­trie in der win­ter­sai­son gear­bei­tet.
    Ver­sandt wor­den sind dort nur digi­tale Bil­der.
    Was ich dort an unschar­fen, ver­wa­ckel­ten und teil­weise mega­schlech­ten bil­dern gese­hen habe, die dann auch noch in unschar­fen und ver­wa­ckel­ten Zustand ger­grö­ßert wor­den sind, das schlägt dem Faß wir­lich den Boden aus.
    Ver­grö­ße­run­gen im Bereich 20x30cm und grö­ßer kos­ten rich­tig Geld und es ist weg­ge­wor­fe­nes Geld bei unschar­fen teils grot­ten­schlech­ten Bil­dern. Grade weil man digi­tale Bil­dern nach­be­ar­bei­ten und die schlech­ten raus­neh­men sollte hat man hier ja eine Spar­mög­lich­keit.
    Aber anschei­nend sind viele zu dus­se­lig um diese zu nut­zen. Das tut wirk­lich schon weh.
    Aber die Foto­in­durtrie veson­ders die digi­tale freut es. Macht sie doch mit die­sem visu­el­len Schrott rich­tig Geld. Halt­bar­keit anloge Far­bil­der:
    Ich habe in mei­nem Flur Ver­grö­ße­run­gen vom Kodak Gold 100 Asa in 30 x45 cm mit dem alter von min­des­tens 20 Jah­ren die nur Glüh­bir­nen­licht gese­hen haben. Diese Bil­der sind immer noch tade­los. Ich möchte mal wis­sen oder man das von digi­tal gespei­cher­ten Bil­dern auf DVD s nach 20 Jah­ren auch noch sagen kann.
    Ich glaube nicht.
    In die­sem Sinne: lang lege die ana­loge Foto­gra­fie. Noch min­des­tens Jahr­zehnte in Farbe und S/​W.

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